Abrieb
Nach der derzeit gültigen DIN EN 176 unterscheidet man 5 unterschiedliche Abriebgruppen:
Abrieb 1:
Die Abriebgruppe I ist für leicht beanspruchte Böden geeignet, die überwiegend mit weichen Sohlen begangen werden kann und somit keiner kratzenden Verschmutzung standhalten muss. Beispiele hierfür wären die Schlaf- und Sanitärräume im privaten Wohnbereich mit niedriger Begehungsfrequenz. Fliesen mit der Abriebgruppe I sind heutzutage nur noch selten im Angebot, da sie auf Grund ihrer geringen Beanspruchungsmöglichkeit kaum gefragt sind.
Abrieb 2:
Die Abriebgruppe II ist für die Beanspruchung durch normales Schuhwerk geeignet, und kann nur geringen Einwirkungen wie kratzende Verschmutzungen standhalten. Einsatzbeispiele: privater Wohnbereich außer Küchen, Treppen, Terrassen und Loggien.
Abrieb 3:
Fliesen der Abriebgruppe III sind für mittelstarke Beanspruchung geeignet und daher bei mittlerer Begehungsfrequenz im gesamten Wohnbereich einsetzbar. Aber auch auf Balkonen kann man Fliesen mit der Abriebgruppe III verlegt werden.
Abrieb 4:
Fliesen der Abriebgruppe IV sind noch stärker beanspruchbar. Sie widerstehen der Beanspruchung durch normales Schuhwerk unter Einwirkung von herein getragenem Schmutz auch bei stärkerer Begehungsfrequenz und eignen sich so ohne jede Einschränkung für den Einsatz im privaten Wohnungsbau wie auch öffentlichen Gebäuden sowohl innen als auch außen.
Abrieb 5:
Fliesen der Abriebgruppe V sind für Bereiche geeignet, bei dem man mit sehr hohem Publikumsverkehr rechnet und somit die dieser Gruppe einem sehr hohen Verschleißwiderstand standhält. Fliesen der Abriebgruppe V werden daher in erster Linie in Ladenlokalen, Hotels, Gastronomiebetrieben und ähnlichen Bereichen eingesetzt.
Abweichungen
Beim Kauf von Fliesen sollte man immer auf die Brandfarben- und Kalibernummern achten, da diese auch bei der gleichen Fliesenserie unterschiedlich sein können. Daher ist es sehr wichtig genau auf den Karton zu sehen, um welche Tonalität es sich handelt.
Nichts desto trotz kann es zu minimalen Unterschieden bezüglich der Farbe, Größe und Strukturierung kommen, da auch die Maschinen nicht zu 100% genau arbeiten können. Sofern Sie also mehrere Karton Fliesen kaufen, die die o. g. Merkmale aufführen, mischen Sie ruhig Fliesen aus den unterschiedlichen Kartons, damit die Unterschiede gar nicht erst auffallen.
Auspresspistole
Eine Auspresspistole benötigen Sie, um Eck-, Anschluss- oder Sanitärfugen aufzutragen. Damit ist ein zügigeres und sauberes Arbeiten garantiert, was bei der Benutzung von Tubenware oder Kartuschen mit Drehpinsel nicht der Fall ist.
Auspresspistolen sind weiterhin zum Auspressen dauerelastischer Kitte (z.B. Silikonkautschuk), beim Abdichten von Fußbodenrändern und Dehnungsfugen geeignet.
Ferner kann man sie zum Auspressen dauerelastischer Fugenmassen auf Acrylbasis bei Rissen, Spalten und beim Zusammenstoßen unterschiedlicher Bauteile benutzen.
Des Weiteren ist sie zum Auspressen dauerelastischer Kitte beim Abdichten von Fußbodenrändern und Dehnungsfugen anwendbar.
Die Auspresspistole dient auch zur Verarbeitung von dauerelastischen Fugenmassen und Sanitärfugendichtern in Kartuschen, sowie zum Auspressen von Dichtungs- und Versiegelungsmassen oder Klebern, die in Kartuschenform geliefert werden.
Die Auspresspistole gehört somit zu den unerlässlichen Werkzeugen zum Auspressen von Dichtstoffen aus Kartuschen.
Allergien
Durch die glatte geschlossene Oberfläche der Fliesen können keine sich Milben, Bakterien und Sporenpilzen einnisten. Eine feuchte Reinigung lassen sich diese mühelos, zur Vermeidung von Allergien, entfernen.
"Antik-Marmor"-Fliesen
Die "Antik-Marmor"- Fliesen gewinnen eine immer größer werdende Beliebtheit. Dass heißt solche Fliesen, die zumindest antik aussehen oder diesen Stil verkörpern. Die Fliesenindustrie hat sich das Interesse der Menschen zunutze gemacht und produziert nun in Deutschland als auch im Ausland "Antik-Mamor". Echter Marmor ist es natürlich nicht, da dieser für die meisten nicht bezahlbar wäre, aber es sieht zumindest täuschend echt aus.
Bei der Fertigung werden Kantenabplatzungen auf der Oberfläche erzeugt, oft bekommt die Oberfläche durch Sandstrahlen ein antikes Finish. Die dadurch aufgeraute Oberfläche ist natürlich fleck- und schmutzempfindlich, weshalb eine Versiegelung sinnvoll ist. Eine Versiegelung muss man aber nicht selber in die Hand nehmen, da viele Hersteller den "Antik-Marmor" auch schon werksseitig versiegelt anbieten.
Ausbessern
Das Ausbessern eines bestehendes Fliesenbelages ist meist nicht unproblematisch.
Kleinere Löcher in Wandfliesen können unter Umständen noch mit Silikon oder Acryl ausgebessert werden. Für größere Schäden oder Abplatzungen an Bodenfliesen ist das Erneuern der betreffenden Fliese oft unumgänglich. Hierzu sollte zuerst der Fugenmörtel rund um die beschädigte Fliese aufgeschnitten werden, um die Fliesen von den umliegenden Fliesen zu entkoppeln und Beschädigungen an diesen zu vermeiden. Danch sollte mit einem Meißel die beschädigte Fliese vorsichtig entfernt werden. Auch die unter der Fliese bestehenden Kleberreste müssen restlos entfernt werden bevor die neue Fliese eingesetzt wird.
Danach einfach normal verfugen.
Bad
Das Bad ist und bleibt der "klassische" Einsatzort von Fliesen.
Hier sind nicht nur unglaublich große Variantenvielfalt gefragt. Auch und besonders die technischen Eigenschaften machen die Fliese zum idealen Gestaltungsmittel im Bad.
Die entsprechenden Möglichkeitensind oft durch bauliche Beschränkungen wie Dachschrägen, lange schmale Räume oder auch wenig Tageslicht beschränkt. Versuchen Sie ihr Bad doch einfach mal mit unserem 3D Badplaner neu zu gestalten
Badespaß mit Fliesen
Das Badezimmer ist wohl fast der wichtigste Raum in unseren Häusern mit einem täglichen Nutzwert. Bereits am frühen Morgen will man sich hier wohl fühlen. Dass es tatsächlich so ist, dafür sorgen Hunderte von Gestaltungsmöglichkeiten.
Viele Menschen haben nur wenig Platz in ihren Bädern. Aber auch kleine Bäder kann man effektvoll gestalten. Gerade in Minibädern kann mit einer räumlichen Unterteilung jeden Winkel voll ausnutzen.
Dieses Prinzip lässt sich selbstverständlich auch auf andere Bereiche des Badezimmers erweitern. So kann zum Beispiel die Toilette abgetrennt werden. Möglich wäre beispielsweise auch eine Wand, die von zwei Seiten genutzt wird - also etwa mit Waschbecken und Toilette.
Gerade im Bad kommt es auf die Hygiene an und da kein anderes Material ist so hygienisch und pflegeleicht ist wie die Fliese, ist diese im Bad unerlässlich. Außerdem werden die Putzmittel immer aggressiver, so dass man darauf achten muss, dass die Wand- und Bodenfliesen säure- und laugenbeständige Eigenschaften aufweisen.
Basis
Steht oft als Synonym für die Grundfliese, welche durch verschiedene Formstücke ergänzt werden kann.
Baustoff Fliesen
Eine Erfahrung, die tausenden von Jahren alt ist, kann einfach nicht falsch sein. Baubiologen bestätigen, was die Geschichte längst gezeigt hat. Keramik ist ein fast unübertroffener Baustoff. Fachleute bewerten kaum ein anderes Material so positiv wie Keramik und somit auch die Fliese.
Denn Keramik ist Natur pur. Und vor allen Dingen in Zeiten von Allergien und Umweltzerstörung gewinnen natürliche, ökologisch und gesundheitlich unbedenkliche Materialien an Bedeutung, wie man es heutzutage überall sehen kann.
> Beständig und langlebig
Die Lebensdauer von Fliesen ist außergewöhnlich hoch. Diese Beständigkeit hängt vor allem mit der Gebrauchs- beziehungsweise Funktionstüchtigkeit des Materials zusammen. Einer Fliese können die alltäglichen Probleme nichts widerfahren. Egal ob Glut vom Kaminfeuer, Zigaretten oder Stöckelschuhe, eine Fliese hält fast allem Stand.
Die Farbe noch die Materialversprödung kann durch Sonnen- und andere Lichtstrahlen zerstört werden. Daher kann man Fliesen ohne Bedenken an Fassaden oder auf Terrassen und Balkons anwenden oder auch in Kühlhäusern für Lebensmittel oder dergleichen verlegen, da die frostbeständige Fliese und Platte auch tiefe Temperaturen übersteht. Es gibt aber auch säurebeständige und fleckensichere Fliesen und Platten.
> Kosten sparend
Bereits nach wenigen Jahren kann man feststellen, dass sich die Anschaffungskosten als auch die Folgekosten bei Fliesenbelägen rentieren und Kostenvorteile erkennbar werden, wenn man sie mit anderen Wand- und Bodenbelegen vergleicht.
Um diese Behauptung zu beweisen, benötigt man nicht einmal einen Gutachter. Man muss sich nur mal in der Geschichte umsehen. Denn die Geschichte ist der beste Beweis dafür, dass Fliesen fast ein Leben lang halten.
Fliesen, wie sie schon im alten Babylon vor 5.000 Jahren gebrannt wurden, sind heute noch intakt. Auch in unzähligen Kirchen wie in Italien und Portugal liegen Fußböden aus Bodenkeramik, die Jahrhunderte alt sind. Gibt es einen Teppichboden, einen Boden aus PVC oder Linoleum oder Eichebohlen der diese Erfolgsgeschichte aufweisen kann?! Nein. Denn an diese Gebrauchsdauer kommt kein anderer Belag heran. Aber wer lebt schon 5.000 Jahre und kann uns das alles bestätigen?
> Hygienisch
Das Vertrauen, das wir unserem Geschirr, von dem wir essen oder aus dem wir trinken, entgegenbringen, haben sich auch keramische Fliesen und Platten verdient. Auch unsere Fliesen und Platten sind hygienisch absolut einwandfrei, da sie sich wie das Geschirr auch leicht sauber halten lassen.
Auf unseren Fliesen haben Bakterien, Pilzsporen und andere Krankheitserreger keine Chance. Nicht umsonst werden keramische Fliesen und Platten schließlich unter anderem in kommunalen Trinkwasserbehältern und Schwimmbecken eingesetzt.
> Umweltfreundlich und ökologisch wertvoll
Fliesen sind geruchs- und geschmacksneutral. Sie dünstet nichts aus und nehmen auch keine schädlichen Stoffe aus der Umwelt auf. Das heißt: Fliesen sind absolut umweltfreundlich. Davon einmal abgesehen bemühen sich einige Hersteller um möglichst umweltfreundliche Verfahren bei der Produktion.
Außerdem entlastet die Fliese durch ihre lange Lebensdauer die Umwelt enorm, da Abfälle bzw. Erneuerungen sehr selten und meist erst Jahrzehnte später anfallen. Ausgewechselte alte Fliesen können zudem, wie anderer mineralischer und somit umweltfreundlicher Bauschutt, als Schotter für den Straßenbau erneuert werden. Einige Fliesen und Platten bestehen auch als solchen Materialien, bei denen die Möglichkeit besteht, sie der Natur zurückzugeben, da sie ohne die Umwelt zu belasten wieder zu Ton oder Erde werden.
Fliesen stellen einen idealen Bodenbelag für energiesparende Fußbodenheizung dar, was man nicht vergessen sollte.
> Pflegeleicht
Fliesen sind besonders pflegeleicht. Staub kann ganz einfach mit dem Staubsauger und anschließend mit einem feuchten Tuch beseitigt werden, was durchaus umweltfreundlich ist, da, man keine Chemikalien zur Reinigung anwenden muss. Auch für Allergiker ist besonders ein Bodenbelag mit Fliesen zu empfehlen, da die Fliese antistatisch ist und sich somit Staub und Milben nicht festsetzen können. Dreck von Profilsohlen oder Flecken in der Küche neben dem Herd sind kein Thema, da sich alles leicht entfernen lässt, wenn man sein Haus mit Fliesen verlegt hat.
Brandgefahr
Fliesen und Platten sind nicht brennbar. Selbst höhere Temperaturen wie um einem Kamin machen ihnen nichts aus, da sie bei einer Temperatur zwischen 900 bis 1250 Grad gebrannt wurden und somit problemlos das Absetzen heißer Gegenstände oder herabfallende Kaminglut vertragen.
Brand/Brandnummer
Die Brandnummer auch kurz Brand genannt ist ein Synonym für die bereits unter C erläuterte Chargennummer. die kennzeichnet den exakten Farbton sowie die exakte Größe der Fliese.
Bordüren
Bordüren, auch Listellis oder Cenefas genannt, sind überwiegend schmale, rechteckige Fliesen, die wie ein Band (endlos) im oberen Bereich einer verfliesten Wand verlegt werden, um die Wirkung des Raumes zu erhöhen. Einen ganz tollen Effekt erzielen aber auch Bodenbordüren oder Einleger, die verstärkt im Fußbereich eingesetzt oder zu geometrischen Mustern zusammengefügt werden können. Es gibt aber auch einzelne Fliesen als Dekore, die im Format der jeweiligen Fliese ein bestimmtes Bild tragen. Diese Dekorfliesen kann man dann anstelle der Bordüren als Hingucker wählen oder zusammen mit der Bordüre ein schönes Bild ergeben lassen.
Bewertungsgruppen: Trittsicherheit
Im gewerblichen Bereich sind Bodenfliesen der Bewertungsgruppen R9, R 10, R 11, R12 und R13 vorgeschrieben. Darunter ist zu verstehen, dass Fliesen auch bei einem Neigungswinkel (Gefälle) von 3 bis 10° (R9), 10 - 19° (R10), 19 - 27° (R11), 27 - 35° (R12) und über 35° (R13) einen geringen, normalen, erhöhten, großen oder sogar sehr großen "Haftreibwert" haben, also je nach Einsatzgebiet trittsicher sind.
Bewertungsgruppen im Barfußbereich
Der Ottonormalverbraucher, der sich sein Traumbad zulegen will, und der Hausbesitzer, der sich im Keller oder im Garten sogar einen Swimmingpool einbauen lässt, sollten nun besonders gut mitlesen - und nachdenken! Denn was im gewerblichen Bereich bei Saunen, Hallenbädern und dergleichen Vorschrift ist, kann für den gleich gelagerten Privatbereich ja nicht verkehrt sein!
Der Bundesverband der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand hat nassbelastete Barfußbereiche sprechend der Gefahr des Ausrutschens in drei Bewertungsgruppen eingeteilt. So sind alle Bodenfliesen bzw. Bodenplatten, die man in Deutschland erhalten kann, auf ihre Rutschhemmung untersucht und den Bewertungsgruppen zugeordnet.
Bei den Tests der Rutschhemmung geht eine Person vorwärts und rückwärts über den Belag. Diese Fläche wird im Laufe des Tests immer weiter geneigt, bis die angegurtete Testperson bei vorsichtiger Begehung mit kleinen Schritten ausrutscht. Der erreichte Neigungswinkel ist dann das Maß der Rutschhemmung und führt zur Zuordnung des Bodenbelags in die Bewertungsgruppen A (Mindestneigungswinkel 12°), B (Mindestneigungswinkel 18°) oder C (Mindestneigungswinkel 24°). Die Bewertungsgruppen gelten übrigens trotz der Definition über den Neigungswinkel nur für ebene Böden. Hat also jemand vor im Nassbereich zu fliesen, der etwas geneigt ist, muss er einen Bodenbelag wählen, der extrem rutschhemmend ist.
Bedarf
Planen Sie beim Fliesenkauf ein, dass Sie beim Fliesen legen immer etwas Verschnitt haben. Sie sollten daher etwa 5-Prozent Verschnitt hinzurechnen und je 20 m² noch einen m² in Reserve kaufen. Manchmal hat man auch das "Glück", dass die Fliese die man sich vor Jahren gekauft hat, gar nicht mehr produziert wird. Daher kann es überhaupt nicht schaden, sich einen Vorrat zuzulegen, damit man gegebenenfalls eine kaputte Fliese in einigen Jahren auswechseln kann.
Bruch
Fliesenbruch ist nicht automatisch als Abfall zu bewerten. Sollten sich in ihren Fliesnkarton wirklich einzelne kaputte Fliesen befinden, so kann man dies oft noch zum Verlegen verwenden, da bei der Fliesenverlegung ohnehin geschnitten werden muß. Sollten einzlene Fliesen so zerstört sein dass eine Verwendung unmöglich ist so kann man aus diesem Bruch und den Fliesenschnittresten eigene Mosaike gestalten. Achten Sie hierbei bitte darauf, dass die Bruchkanten oft scharf wie Glasscherben sein können. Das Arbeiten mir Handschuhen ist empfehlenswert. Vor der Verarbeitung können die Bruchstücke auch in einem Betonmischer mit en paar schippen Kies gegeben werden. Dabei werden die Kanten schön abgerundet und die Schnittgefahr wird deutlich reduziert.
Cotto (unglasierte Ziegelfliese)
Bei Cotto handelt es sich um ein atmungsaktives Material aus roten Tonbestandteilen. Cotto ist überwiegend unbehandelt und benötigt daher nach der Verlegung meist eine Imprägnierung.
Craquele
Dabei handelt es sich um ein Stilmittel, bei dem bewusst feine Risse in einer Glasur herbeigeführt werden. So entsteht ein antiker Look. Die Bildung von Craquele stellt keine Qualitäts- oder Wertminderung des Produktes dar.
Dies ist jedoch nicht zu verwechseln mir einzelnen Glasurrissen.
Dehnungsfuge
Bei großflächig gefliesten Böden kann es durch den Einfluss von Wärme und Kälte zu Rissbildungen kommt. Hiervor schützen Dehnungsfugen. Diese trennen große Flächen in kleinere Einzelfelder. Die auftretenden Druck- und Zugspannungen können somit von der Eigenfestigkeit des Materials aufgefangen werden. Dehnungsfugen werden hauptsächlich dauerelastisch oder auch dauerplastisch verfugt. Bei Renovierungsarbeiten müssen vorhandene Dehnungsfugen erhalten bleiben und bei bereits vorhandenen Rissen können zusätzliche Dehnungsfugen Abhilfe schaffen.
Dekore
Durch die heutige Technik ist es möglich Oberflächen herzustellen, die kaum noch von Natursteinen oder antiken Fliesen zu unterscheiden sind. Vielfältige Farben, Formate, Muster und Strukturen werden praktisch jedem Geschmack und den unterschiedlichsten Preisvorstellungen gerecht.
Dickbettverfahren
Das Ansetzen im Dickbett ist die klassische Verlegemethode. Durch die Dickbettmethode ist es möglich Unebenheiten im Untergrund auszugleichen. Dieses setzt aber einen haftfähigen Untergrund voraus. Saugende Untergründe werden vorgenässt oder mit einem Spritzbewurf aus Zementmörtel im Mischungsverhältnis 1:3 versehen.
Bevor man mit dem Fliesen beginnt, taucht man die Fliesen kurz in sauberes Wasser und trägt anschließend mit einer Kelle auf der Rückseite der Fliese den Verlegemörtel etwa 2,5 cm hoch auf. Mit der Kelle schrägt man anschließend die Kanten ringsum an. Somit wird genügend "Verdrängungsraum" für das Andrücken und Ausrichten der einzelnen Fliesen gewährleistet. Danach kann man die Fliese mit einem Hammerstiel anklopfen. Für das Abbinden benötigt man ca. einen Tag. Danach ist der Untergrund bereit, um verfugt zu werden. In der gleichen Art und Weise werden die Fliesen am Boden verlegt.
Dispersionskleber
Dispersionskleber sind nicht frostbeständig und folglich nur innen anzuwenden. Man verwendet sie hauptsächlich für Wandfliesen. Seit neustem werden die Dispersionskleber auch mit wasserdichten Eigenschaften angeboten, so dass man die Fliesen auch auf feuchtigkeitsempfindlichen Untergründen anwenden kann (z. B. bei Gipskartonplatten, Porenbeton und Spanplatte. Die abdichtende Funktion wird allerdings nur erreicht, wenn der Kleber zunächst mit der Glättekelle vollflächig als 1 mm dicke Dichtschicht aufgetragen und nach der Aushärtung das eigentliche Kleberbett mit der Zahnkelle aufgezogen wird. Ecken und Anschlüsse müssen bei diesem Verfahren mit in die Dichtschicht eingearbeitete Armierungsstreifen verstärkt werden.
Dünnbettverlegung
Bei dem Dünnbettverfahren sind ebene Untergründe unerlässlich, da sie im Gegensatz zur Dickbettverlegung nicht in der Lage sind großen Niveauausgleich durch stärkeres oder weniger starkes Andrücken - sprich mehr oder weniger dicke Mörtelhinterfütterung - ausgleichen können. Hierfür können unter anderem folgende Kleber verwendet werden: Dispersionskleber, Pulverkleber und Zwei-Komponenten- Kleber. Diese Kleber werden mit einem Zahnkamm oder einer Zahnkelle aufgetragen. Der angemischte Kleber wird für üblich auf eine Teilfläche von 1 bis 1½ m² aufgezogen und gleichmäßig durchgekämmt. Der Mengenauftrag pro m² wird dabei zum einem von der Zahnung und zum anderen von der Schräghaltung des Zahnkamms oder der Zahnkelle bestimmt.
Um ein Gefühl für die richtige Auftragsmenge zu bekommen, können Sie die vom Hersteller angegebene Verbrauchsmenge pro m² abmessen und gleichmäßig auf eine markierte Teilfläche von 1 m² aufziehen. Die Fliesen drückt man mit einer leicht drehenden Bewegung in das frische Kleberbett und richtet sie exakt aus. Bei den Qualitätskleber brauch man keine Angst um das Abrutschen haben, da sie eine sehr hohe Anfangshaftung haben. Der jenige, der noch wenig Erfahrung im Fliesen hat, kann zur Erleichterung auch Fliesenlegerkreuze für ein ebenmäßiges Fugenbild verwenden.
Einbrand
In einem einfachen Brennvorgang werden bei diesem Verfahren die Fliesenscherben und die Glasur gleichzeitig unterzogen.
Euro-Norm für Fliese
Viele Handwerker sind orientierungslos, wenn es um die Qualität von Fliesen geht. Daher ist es sehr nützlich, wenn man sich zuvor über die Fliesenqualität informiert.
In der EN 186 für glasiertes Steinzeug und in der EN 159 sowie EN 176 für Steingutfliesen sind die Mindestanforderungen an Qualitätsfliesen festgelegt. Dabei geht es nicht nur um die Wasseraufnahme des Scherbens und die Abriebfestigkeit von Glasuren, sondern auch um Maßtoleranzen, Rechtwinkligkeit und Ebenflächigkeit der Fliesen, aber auch um ihre Druck- und Biegefestigkeit. Diese technischen Anforderungen entscheiden nicht nur über den Nutzeffekt des Fliesenbelags, sondern auch über sein Erscheinungsbild und die mehr oder weniger leichte Verlegung des Materials.
Ein kleiner Tip am Rande: Neben der Klassifizierung "1. Sorte" gibt es auch eine "Mindersorte", bei der Fliesen mit Farbabweichungen, eventuell auch mit anderen sichtbaren Fehlern erfasst werden. Diese Fliesen können durchaus für Wand- und Bodenflächen in Kellern oder in der Garage genutzt werden, da sie erheblich günstiger sind als Fliesen der 1. Sortierung.
Epoxid-Kleber
Epoxid-Kleber eignen sich zum Verkleben von Fliesen auf dichten Untergründen, aber auch als Dichtkleber zum Verfugen von Fliesenflächen wie Arbeitsplatten, Wandfriesen im Spritzbereich und ähnlichen Bereichen. Epoxid-Kleber sind nur in den Fargen Grau, Weiß und Schwarz erhältlich und ergeben eine wasserdichte, fettbeständige Verfugung. Dabei sollte man darauf achten, dass nach dem Verfugen so wenig wie nur möglich von dem Kleber auf der Fliese zurück bleibt. Diese Reste des Klebers sind auf jeden Fall vor dem Abbinden restlos zu entfernen, da sie danach abgekratzt werden müssten, wodurch in der Regel Fliesenschäden entstehen. Die Reste des Epoxid-Klebers sollten als Sondermüll entsorgt werden. Ausreagiert sind sie weniger kritisch als flüssig, deshalb ist es ratsam, nicht mehr zu gebrauchende Reste zu vermischen und aushärten zu lassen.
Fliesenarten
Man unterscheidet hauptsächlich in glasierte und unglasierte keramische Fliesen, die entweder aus Steingut oder Steinzeug (Feinsteinzeug) hergestellt werden.
Feinsteinzeugfliesen
Bei Feinsteinzeugfliesen handelt es sich um fein aufbereitete, unglasierte Fliesen mit extrem niedriger Wasseraufnahme, die der europaweit gültigen Norm DIN EN 176 entsprechen. Diese DIN nennt als Mindestanforderung einen Mittelwert für die Wasseraufnahme von max. 3 Gewichtsprozent. Die Wasseraufnahme von Feinsteinzeugprodukten liegt allerdings bei nur 0,1 % des Gewichtes. Das bedeutet, dass sich vor allem Feinsteinzeugfliesen durch eine extrem niedrige Wasseraufnahme auszeichnen. Bei einer Feinsteinzeugfliese handelt es sich somit um eine vollkommen dicht gesinterte, unglasierte Platte.
Durch ihre dichte Gefügestruktur ist die Feinsteinzeugplatte weitgehend fleckenunempfindlich und sehr reinigungsfreundlich. Außerdem bietet Feinsteinzeug neben ihren bereits genannten Vorteilen auch den Vorteil der Strapazierfähigkeit gegen Oberflächenverschleiß von diesem unglasierten Material.
Spricht man von polierten Fliesen, so ist von der eigentlichen Fliese ca. 0,5 mm von der Oberfläche abgeschliffen, um einen tollen Glanz zu erreichen. Hierdurch werden Microkapilare geöffnet, in denen sich ggf. Schmutz oder Flüssigkeiten etc. festsetzten können. Daher wird z. B. beim Einsatz von poliertem Feinsteinzeug in Kantinen oder Küchen empfohlen, die Fliese vor Ihrem ersten Gebrauch zu imprägnieren.
Fliesen
Fliesen nennt man keramische Wand- und Bodenbeläge aus Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug, die größer als 10/10 cm und meist 8 bis 15 mm stark sind. Bei Formaten die unter den eben genannten liegen, spricht man von Mosaik. Fliesen weisen ein Qualitätssiegel auf und sind gekennzeichnet mit 1 Sortierung oder 1. Sorte. Man kann Fliesen nach folgenden Kriterien beurteilen : Oberflächenbeschaffenheit, Ebenheit der Fläche, Wasseraufnahme, Abrieb, Flecken- und Chemiekalienverträglichkeit, Frostbeständigkeit. Entsprechen Fliesen nicht diesen Anforderungen, dürfen sie nur als 2. oder 3. Sortierung bezeichnet werden. Diese haben meist kleine Fehler an der Oberfläche oder an den Kanten. Beim Fliesenkauf sollte man auf die Tonalität achten, die auf der Verpackung aufgedruckt ist. Muss man nämlich ein paar Fliesen nachkaufen wird einem dadurch garantiert, dass die Fliesen eine etwa gleich bleibende Farbe haben.
Fliese auf altem Dickbett
Beim Fliesen auf altem Dickbett handelt es sich um eine Alternative, wenn es beim Renovieren um Millimeter geht und selbst beim Einsatz von dünnscherbigem Mosaik oder Renovationsfliesen Fliesen-auf- Fliesen-Kleben nicht möglich ist. Dabei können Sie sich wie folgt helfen: Die in Dickbett verlegten "Altfliesen" werden zunächst abgeschlagen, so dass nur noch die Mörtelbatzen stehen bleiben. Anschließend werden die Hohlräume beigeputzt und eventuelle Unebenheiten durch dünnes Abziehen mit dem Wandspachtel beseitigt. Dadurch erhält man einen recht guten Untergrund um anschließend die Fliesen im Dünnbettverfahren verlegen zu können. Bei diesem Verfahren wird eine Tiefgrundierung empfohlen.
Fliese auf Fliese
Bei dieser Klebetechnik handelt es sich um ein typisches Renovierungsthema. Bevor man beginnt, den Kleber aufzutragen, sollte man sicher sein, alle haftungsmindernde Fettspuren von den Altfliesen durch einen starken Haushaltsreiniger entfernt zu haben. Pickt man die Altfliesen mit dem Fliesenhammer zuvor an, wird dem Kleber somit eine noch bessere Haftung verleiht. Für Wandflächen kann man Dispersionskleber mit großer Anfangshaftung einsetzten Auf dem Boden verwendet man am besten Pulverkleber.
Fliese auf Putzfläche
Hat man die Möglichkeit auf eine saubere, trockene, feste und eben verputzte Fläche zu fliesen, ist das die einfachste Methode. Alte Tapeten, loser Putz und nicht haftende Anstriche sollte man allerdings zuvor entfernen. Unebenheiten werden mit Wandglätter beigespachtelt. Entfernter loser Putz wird bei tiefen Schadstellen mit Renoviermörtel ersetzt. Bei Schadstellen geringer Tiefe genügt Wandglätter zum Beiputzen.
Zur Sicherheit sollten die Putzflächen vor dem Fliesen tief grundiert werden, um eine gleichmäßige Saugfähigkeit zu gewährleisten. Häufig gilt es, gestrichene Flächen zu fliesen.
Um eine sichere Haftung zu gewährleisten, sollte man wasserlösliche Anstriche zuvor abwaschen. Nach dem Trocknen ist dann ein Tiefgrund aufzutragen. Sicher haftende Dispersionsfarben wie auch Lackanstriche bieten eine gute Verankerungsbasis, die allenfalls durch Anschleifen verbessert werden kann. Blätternde Anstriche sind auf jeden Fall abzustoßen oder abzubeizen.
Fliesen bohren
Dank moderner Technik ist das Bohren heutzutage recht gut zu meistern. Besonders zu empfehlen sind "auf Schnitt geschliffenen" Steinbohrer. Diese ähneln den bekannten Steinbohrern, die üblicherweise in die Schlagbohrmaschine gespannt werden. Im Gegensatz zu diesen ist der Hartmetalleinsatz jedoch nicht stumpf, sondern als Schneide ausgebildet. Diese frisst sich unter mäßigem Andruck in die Fliese und trägt in einer schabenden Bewegung das Keramikmaterial ab. Dies geschieht im Drehgang, also ohne Schlagbohrwirkung, wodurch das Risiko, dass die Fliese zerspringt, sehr klein ist.
Bei Montagen an Fliesenwänden empfiehlt es sich, zur Schonung des Bohrers zuerst alle Fliesen zu durchbohren und das eigentliche Verankerungsloch im Mauerwerk mit einem konventionellen Steinbohrer zu bohren. So bleibt die Schneidspitze des Fliesenbohrers länger intakt.
Fliesenkleber
In den Baumärkten sowie im Fachhandel kann man unterschiedliche Pulverklebstoffe mit hoher Klebkraft finden, die beim Verfliesen im Dünnbettverfahren auf der Baustelle nur noch mit Wasser angemischt werden müssen. Dabei kann zunächst zwischen preiswerten Klebstoffen für normale, nicht Wasser und Frost ausgesetzten Untergründe und frostsicheren, wasserdichten Klebstoffen unterschieden werden. Für besonders anspruchsvolle Klebarbeiten, z.B. das Kleben von Fliesen auf arbeitenden Untergründen (Gipsbau-, Gipskarton-, Holzspanplatten) im Nassbereich oder das Verfliesen von Heizestrichen oder Heizkörperverkleidungen, stehen flexible, hochgradig wärmebeständige Bauklebstoffe zur Verfügung. Besonders klebstarke Dispersionsklebstoffe mit langer offener Zeit werden auf schwierigen Untergründen, z. B. beim Kleben von neuen Fliesen auf alte Fliesenbeläge, eingesetzt.
Fliesenschneidemaschine
Eine Fliesenschneidemaschine sollte heutzutage mit einem verstellbarem Winkelanschlag und mit Hartmetall-Schneidrad ausgestattet sein.
Dabei liegt die Fliese an einem verschiebbaren Winkelanschlag an, der über eine Skala eine exakte Einstellung der Zuschnittbreite erlaubt. Aufwendigere Maschinen verfügen über einen schwenkbaren Winkelanschlag mit exakter Gradeinteilung. Sie erlauben so äußerst schwiege Zuschnitte in stets gleichem Winkel. Auf diese Weise fallen Randzuschnitte bei aus der Flucht laufenden Wänden leicht. Bei der Fliesenschneidemaschine wird ein Schneidrad zum Schneiden der Fliese über die Fliesenoberfläche geführt. Entlang dieser vorgeritzten Linie bricht man dann die Fliese durch gleichmäßigen Hebeldruck.
Fliesenwahl
Natürlich ist die Farbe als auch das Design Ihnen überlassen. Sie sollten allerdings keine Fliese kaufen, weil Ihnen ein einzelnes Muster gefällt. Für einen besseren Eindruck ist es hilfreich, sich die Fliesen als großflächiges Muster gelegt zeigen zu lassen.
Achten Sie auch unbedingt immer auf die Lichtverhältnisse, da Fliesen bei Kunst- und Tageslicht unterschiedlich wirken können. Sicherlich ist es möglich sich die Fliese auch einmal bei Tageslicht unter freiem Himmel anzuschauen.
Formstücke
Formstücke sind passend zu Grundfliesen erhältliche Formteile. Die Formteile haben ihren Namen aufgrund der Art ihrer Produktion, da Formteile meist in speziellen Formen, teilweise in Handarbeit hergestellt werden.
Zu den Formstücken gehören unter anderem: Bordüren, Stufenfliesen, Torellos, Sockelfliesen, Dekorfliesen.
Fugenfarbe
Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Farbenfugen. Hat man z. B. graue Fugen die einem zu langweilig erscheinen, kann man diese von ihrem Schmutz oder Seifenresten reinigen und könnte nach dem Trocknen direkt mit einer anderen Fugenfarbe getönt werden. Die Farbe haftet dauerhaft auf dem Fliesenmörtel. Sie trocknet wasch- und scheuerbeständig auf und wirkt zugleich pilzhemmend. Die Farbe wird mit einem Pinsel oder einem Schwamm im Fugenverlauf aufgetragen. Nach einer Stunde reinigt man die Oberfläche der Fliesen mit einem speziellen Schwamm gründlich. Anschließend muss nur noch mit einem weichen Tuch nachgerieben werden. Damit erhält Ihre Fliesenfläche wieder ein frisches, farbenfrohes Aussehen und das in relativ kurzer Zeit.
Fugenmasse
Baufugen sind häufig nicht nur Materialien zur optischen Flächengliederung. Oftmals haben sie auch eine technische Funktion als Dehnungs- oder Anschlussfugen. Dehnungsfugen schaffen bei großen Flächen Bewegungszonen, in denen die durch Wärmeausdehnung oder Kälteschrumpfung bedingten Spannungen im Baustoff abgebaut werden. Somit werden Risse und eine eventuelle Undichtigkeit vermieden. Anschlussfugen sollen das unterschiedliche Dehnverhalten angrenzender Materialien auffangen und so ebenfalls eine Rissbildung verhindern. Beides kann man allerdings nur mit geeigneten Fugenfüllern erreichen und indem die Fugen richtig plaziert und dimensioniert sowie gekonnt gefertigt werden.
Fugenmörtel
Mineralische Füllstoffe, weiße Pigmente sowie weißer Zement als Binder sind im Fugenweiß enthalten. Dieser wird vorwiegend bei weißen Fliesen eingesetzt. Allerdings kann man es auch fugenbetonend bei schwarzen, dunkelblauen und anderen dunkeltonigen Fliesen einsetzen. Sind Abrieb- und Biegefestigkeit der Verfugung gefordert, ist vergütetes Fugenweiß einzusetzen, das zum Beispiel als "Fugenweiß plus" im Handel erhältlich ist.
Da weiße Fugen sehr schmutzempfindlich sind, eignen sich eigentlich nur ausschließlich für innen und nur für Wandfliesen in Bereichen, wo nicht mit Verschmutzung durch spritzende Flüssigkeiten zu rechnen ist. Daher ist unseren Kunden zu empfehlen niemals weiße Fugenfarbe zu wählen, wenn man sich nicht mit den anschließenden Konsequenzen rumärgern möchte. Sie sollten daher an Arbeitsplatten oder Herdflächen angrenzende Fliesen in der Küche nicht unbedingt mit Fugenweiß verfugen. Hier wäre eher eine Fugenmassen auf Epoxidharz-Basis zu empfehlen. Alternativ kann man solche Flächen mit dem weniger empfindlichen Fugengrau verfugen.
Flexibler Fliesenkleber
Dabei handelt sich um einen Kleber, der neben verschiedenen Arten von Zement auch Kunststoffanteile enthält. Da man zum Zement Kunststoffe ergänzt, ist der Kleber in der Lage, geringfügige Bewegungen aufzunehmen, ohne dass sich die Fliesen vom Untergrund lösen. Eine Weiterentwicklung sind so genannte "Dispersionskleber", die keinen Zement mehr enthalten und nur auf Kunststoffen basieren.
Fußbodenheizung und Keramik
Wer kennt das nicht: Man kommt morgens ins Badezimmer und hat sogleich kalte Füße und friert. Hat man hingegen eine Fußbodenheizung sind warme Füße garantiert und sorgen für ein angenehmes und gesundes Raumklima. Nebenbei spart man auch noch Energie und somit Kosten, da Keramikfliesen gute Wärmeleiter sind und die Wärme beim Aufheizen schnell und gleichmäßig verteilt wird. Die Fliesen speichern außerdem die Wärme wie ein alter Kachelofen Bereits geringe Wassertemperaturen sind ausreichend, um eine gemütliche Wärme zu erzielen.
Alternativ zur Fußbodenheizung ist der Thermoboden. Dieser wurde für den nachträglichen Einbau entwickelt. Als Direktheizsystem wird er unmittelbar unter dem Fußbodenbelag angebracht. Dieser ist vor allem für Fliesenböden geeignet, die Wärme als Strahlungswärme optimal weitergeben.
Selbst wenn die Lufttemperatur einige Grade niedriger ist, ist es keineswegs ungemütlich. Damit kann eine Energieersparnis von 15 bis 20 Prozent erreicht werden. Außerdem kann der Thermoboden als Teilflächenheizung genutzt werden, d. h. nur da, wo sie direkt gebraucht wird.
Frostsicherheit
Bitte achten Sie darauf, dass die Fliesen und Platten in Außenbereichen, Kellern und Garagen, auch starken Frost und große Temperaturschwankungen unbeschadet überstehen müssen. Dicht gesintertes Material wie Feinsteinzeug und Steinzeug tut dies. Das garantieren z.B. die deutschen Spaltplattenhersteller mit einer 5-Jahres-Gewährleistung gegen Frostschäden. Fliesen mit einer Wasseraufnahme von unter 3% gelten im Allgemeinen als frostsicher. Feinsteinzeugfliesen zeichnen sich teilweise durch eine Wasseraufnahme die unter 0,5% liegt aus.
Die Geschichte der Fliese
1. Die Geschichte der Fliese damals und heute
2. Die Geschichte der Fliese in Deutschland
3. Die Geschichte der Fliese in Spanien
4. Die Geschichte der Fliese in Italien
5. Die Geschichte der Fliese in Portugal
1. Die Geschichte der Fliese damals und heute
Die Geschichte der Fliese ist ein Spiegel der Menschheitsgeschichte, da sie einen Zeitraum von weit mehr als 5000 Jahren umfasst. Keramische Baustoffe sind auch heute noch durch keinen anderen gleichwertigen Stoff zu ersetzten, der Jahrtausende als Wandbekleidung und Bodenbelag überdauert.
Wenn man sich mit der Geschichte der keramischen Beläge beschäftigt, so kann man erkennen, dass man nicht nur ihre überwältigende Bedeutung im Bauwesen, sondern auch Schlüsse auf Gegenwart und die Zukunft ziehen kann.
So unglaublich es auch klingen mag, das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk ist noch jung. Die Geschichte der Fliese ist dagegen sehr alt.
Wie hat sich das Fliesen, Platten- und Mosaiklegerhandwerk eigentlich entwickelt?
Schon sehr früh in unserer Kulturgeschichte formten die Menschen ihre Gebrauchs-gegenstände aus Ton und nutzten die Kraft des Feuers, um den geformten Ton zu brennen und haltbar zu machen.
Später haben sie Ziegel geformt und daraus ihre Behausungen gebaut. Natürlich sollten dann diese Wohnungen auch ausgeschmückt werden.
Man entdeckte Glasuren für diesen gebrannten Ton und bekleidete mit den farbigen Produkten die rohen Wände. Bei den altorientalischen Hochkulturen im Niltal und in Mesopotanien findet man die ältesten Fliesen.
Im Orient hat man schon in sehr früher Zeit, das heißt schon ca. 2000 v. Chr. die aus luftgetrockneten oder gebrannten Ziegeln erbauten Häuser mit Bodenbelägen aus Ziegelfliesen geschmückt.
Durch die Römer wurden keramische Fußböden nördlich der Alpen bekannt und fanden Verbreitung. Die Anwendungsbereiche waren sehr vielfältig und gingen vom einfachen Belag in untergeordneten Räumen bis zu beheizbaren Bodenbelägen aus Ziegelfliesen in Wohnräumen und Thermen. Mit dem Untergang des römischen Reiches vergaß man den keramischen Bodenbelag mehr und mehr.
In der römischen Zeit waren bereits Kalkmörtel- und Gipsestriche bekannt. Diese wurden später statt der keramischer Beläge in fränkische und karolingische Kirchen eingebracht. Diese Bodenbeläge hielten bis in das hohe Mittelalter.
Der Palast Artaxerxes`II. in Susa (350 v. chr.) ist ein späteres Zeugnis für Fliesendarstellungen im Altertum. Elemente der ägyptischen und der mesopotanischen Kultur vermischen sich hier zu einer pompösen Repräsentation. Die Lehmwände sind geschmückt mit farbig glasierten Reliefs, die von Blütengirlanden eingerahmte Mitglieder der Palastwache darstellen. Diese drei Beispiele sind Bruchstücke aus dem Gesamtkomplex der Architekturzeugnisse des Altertums. Erst nach dem 7. Jahrhundert, unter dem Einfluss des Islam, ist eine kontinuierliche Entwicklung der Keramik- und besonders der Fliesenkultur sichtbar. Und im Laufe der Jahrhunderte hat sich daraus das entwickelt, was wir heute in der europäischen Baukunst und Wohnkultur als Stilmittel und Gestaltungselemente bei der Arbeit kennen.
Die Quelle der europäischen Kultur sind die Länder am Mittelmeer: ausgehend von Griechenland über das Römische Reich, dessen Einfluss sich dann ja über den größten Teil Europas erstreckte. Die Römer haben später ihre Innenräume mit Mosaiken geschmückt, die aber aus Natursteinfragmenten zusammengesetzt waren und für die Entwicklung einer Fliesenkunst keinen Platz ließen. So gelangte die Fliese im Mittelalter nur über Umwege nach Norden.
Langsam aber stetig wurde die Technik der Fliesenherstellung weiterentwickelt und man erfand die unterschiedlichsten Möglichkeiten, Dekor und Glasur auf die Fliesen aufzubringen und haltbar zu machen. In der im 8. Jahrhundert entstandenen islamischen Kultur war durch den Koran die Darstellung von Mensch und Tier verboten. So findet man eine Vielzahl von geometrischen und ornamentalen Mustern, Flechtwerken, Blumen, Blüten und Ranken bis hin zu dekorativen arabischen Schriftzügen.
Um das Jahr 1000 kamen ungefähr die ersten Fußböden aus keramischen Fliesen in Deutschland auf. Über Jahrtausende zierten keramische Fliesen nur Schlösser, Paläste, Kirchen und hochherrschaftliche Villen. Fürsten und Könige, Reiche und Mächtige waren die einzigen, die sich diesen Luxus leisten konnten. Denn vor dem industriellen Zeitalter ist die Herstellung reines Handwerk und deshalb besonders wertvoll.
Inkrustierte Estriche sind aus dem 12. und 13. Jahrhundert bekannt. Zeichnungen ritzte man in den erhärteten Estrich und die Vertiefungen wurden mit gefärbtem Mörtel gefüllt. Der älteste Belag dieser Art ist vermutlich in der Benediktinerkirche von Helmstedt zu finden und stammt aus der Zeit um 1150.
Die Keramik fand neben oder auch mit Naturstein erst seit Begin des 12. Jahrhunderts als Bodenbelag vor allem in Sakralräumen Verwendung. Die Verwendung von keramischem Material als Bodenbeläge ist in engem Zusammenhang mit den Kreuzzügen zu sehen, die kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Orient und Abendland brachten.
Die Verwendung von Fliesen durch Mönchs- und Ritterorden drang über die heutigen Gebiete Frankreichs vor allem aber Englands nach Deutschland.
Keramische Böden des hohen Mittelalters zeigen oft eine besondere Beziehung zum Orient, das sie als Ganzes neben- und übereinandergelegten orientalischen Teppichen ähneln. Vielfältige Formate und Fliesen aus unterschiedlich farbig brennenden Tonsorten bilden Flächenmuster, die in der Regel auf Quadrat oder Kreis basieren. Eine Besondere Rolle spielt der Kreis in Sakralräumen.
Besonders in Frankreich und England arbeiten Spezialisten in der Fertigung mittelalterlicher Fliesen. Eine Vielfalt von Dekorationsmöglichkeiten gab es mittels Malhorn bemalte und ornamentierte Bodenfliesen. Die Relieffliese konnte mittels Negativmodel mit eingekerbtem Ornament im Gieß- und Pressverfahren hergestellt werden. Im Kerbschnitt- oder Pressverfahren wurden mit einem Stempel oder mehreren Stempeln Fliesen mit vertiefter Prägung gefertigt. Bei den inkrustierten Fliesen füllten die Keramiker die vertieft geprägten Motive mit andersfarbig brennendem Tonschlicker. Zum Teil wurden diese Motive auch mit Mörtel ausgefüllt.
Anfangs gab es Fliesen hauptsächlich in Blau, Grün und Türkis, später wurden dann auch wärmere Töne, wie z. B. Lackrot, eingesetzt. Die Kaisermoschee in Isfahan aus dem 16. Jahrhundert lässt sich als Gipfel dieser Entwicklung betrachten. Außen und innen mit den kunstvollsten Fliesen ausgestattet, steht sie als beherrschendes Zeugnis für die Freude der Menschen an farbiger Prachtentfaltung. Schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Siegeszuges des Islams über die arabische Welt haben die Mauren ihren Fuß auf das europäische Festland gesetzt und den Süden Spaniens erobert.
Die Spanier übernahmen die Techniken der Mauren und legten den Grundstein für die heutige Bedeutung der Fliese. Ihre "Azulejos" (arabisch: al zulaich = kleiner Stein) hatten nun festgelegte Maße und waren auf der ganzen Oberfläche glasiert. In den Produktionsstätten wurden nun keramische Fliesen mit neuen Verfahren hergestellt, die es möglich machten, dass die Farben und Bilder beim Brennen nicht mehr ihre Konturen verloren. Als Hauptumschlagplatz der Fliese galt die Insel Mallorca. Von dort kamen sie nach Italien und erhielten in Anlehnung an ihren Herkunftsort den Namen "Majolika". Die italienischen Handwerker zogen im 16. Jahrhundert in den Norden, wo vor allem ihre Mosaikfliesen in den Niederlanden den größten Anklang fanden. Das Zentrum der europäischen Fliesenkultur fand somit ihren Platz. Man benannten die holländischen Fliesen nach ihrer berühmtesten Produktionsstätte: Delfter Kacheln. In den ersten Jahren waren Sie noch nach italienischem Vorbild bunt bemalt, allerdings mit typisch holländischen Motiven wie Blumentöpfen, Tieren und Szenen aus dem täglichen Leben.
Im 17. Jahrhundert kam dann ein entscheidender Wandel. Das chinesische blauweiße Porzellan wurde bekannt gemacht. Dieses blauweiße Dekor kam groß in Mode und prägte für lange Zeit den Stil der Delfter Ware. Im 18. Jahrhundert vollzog sich dann ein entschiedener Wandel. Die Fliesen wurden zu großformatigen ornamentalen oder figürlichen Bildern zusammengestellt, die zur großflächigen Dekoration ganzer Wände und Räume dienten. Diese Neuheit reichte von farbigen Blumenvasenmustern über Seestücke und chinesischen Motiven bis hin zu biblischen Szenen. Zu dieser Zeit waren Fliesen ein kostbares, aber doch für viele erschwingliches Bauelement mit vorzugsweise dekorativem Anspruch geworden. Die Monopolstellung hatte in dieser Zeit Holland, wobei Lieferungen von holländischen Fliesen auch nach England gingen.
In England hatte sich im Mittelalter eine enorme Fliesenproduktion entwickelt. Dabei handelte es sich ausschließlich um Bodenfliesen, die in der Einlegetechnik hergestellt wurden. Hierbei wurden Muster in die Tonscherben eingeprägt, diese Vertiefungen mit weißer Angussmasse gefüllt und mit durchsichtiger Glasur überzogen. Dabei entstanden durchaus vielfältige Motive. Noch heute kann man auf den Böden der englischen Kathedralen rein ornamentale, florale und heraldische Muster sehen.
Vor 1850 waren Fliesenbekleidungen und Beläge in Deutschland noch kaum verbreitet. Niederländische Fliesen hatten sich in Norddeutschland als Wandbekleidungen - vor allem im Bereich der offenen Herde - allerdings einen Platz gesichert. Die wenigen Flächen aus handgefertigten Fliesen, aus Platten und Mosaik wurden vor allem von Maurern, Stukkateuren und Ofensetzern angesetzt und verlegt. Töpfer und Ofensetzer verarbeiteten häufig Kacheln, von denen die rückseitigen Stege vor dem Ansetzen als Wandbekleidung abgeschlagen wurden. Regional werden noch heute geflieste Räume als "gekachelte" Räume bezeichnet.
Mit der begonnenen industriellen Fertigung von Fliesen um 1850 in England setzte deren Verbreitung ein. Die maschinelle Herstellung von Fliesen in Deutschland begann 1852. Diese wurden damals nicht nur von der Firma Villeroy & Boch "Platte" genannt. Da die Oberflächen der ersten Bodenfliesen von Villeroy & Boch in der Art von Mosaik ausgeführt waren, galten "Mettlacher Mosaikplatten" oder "Mettlacher Platten" über fast ein Jahrhundert als Gattungsbegriffe für Bodenfliesen.
Als die Holländer mit ihren vielfarbigen dekorativen Fliesen an Einfluss gewannen, verlor die Einlegetechnik ihre Bedeutung, und die Engländer übernahmen den holländischen Stil. Die führende Rolle übernahm England im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Keramiker entwickelten neue Wege der Massenherstellung. Die Kosten konnten durch Druck- und Vervielfältigungsverfahren gesenkt werden. Erstmalig wurden Kataloge bedruckt und jedermann konnte sich bedienen. Diese Entwicklung war natürlich nicht nur auf England beschränkt. Wohnräume mit gefliesten Bildern, sogar in Holzvertäfelungen eingearbeitet, gehörten überall zum guten Ton. Es gab kaum ein Haus, dessen Eingangshalle und Treppenhaus nicht mit bunten Fliesenbekleidungen glänzten und Küchen und Bäder wurden phantasievoll ausgestattet.
Diese mit der Industrialisierungswelle nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 einsetzende Verbreitung industriell gefertigten Fliesen erforderte spezialisierte Handwerker für deren Verarbeitung. Bauhandwerker wurden durch Keramische Werke zu Fliesenlegern ausgebildet, um ihre Produktion absetzen zu können. Über eigene Ausstellungen und Materiallager in vielen deutschen Städten sowie über Stützpunkthändler in europäischen Hauptstädten wurde das Fliesenmaterial dem Kunden nahe gebracht. Daher breitete sich die Verwendung von Fliese als Wandbekleidung und Bodenbelag zuerst in den Großstädten aus. Bis zur Jahrhundertwende verkaufte der Baustoffhandel die Fliesen und forderte vom entsprechenden Herstellerwerk Handwerker für das Ansetzen und Verlegen an.
Der aufkommende Jugendstil hat die Fliese als Mittel der Dekoration im Ausgang des 19. und Anfang dieses Jahrhunderts übernommen. Sanft geschwungene Linien und florale Muster in vielfältiger Art und Weise erfand man als Dekor. In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts nimmt die Freude an dem überladenen Dekor früherer Zeiten rapide ab. Bevorzugt wendet man sich der sachlichen modernen Architektur des Bauhauses mit seinen schlichten Wandverkleidungen mit dezenter Glasur zu. Seit dem haben sich viele verschiedene Moden und Trends schnell abgewechselt.
Um die Jahrhundertwende trifft man dann die ersten Fliesenfachgeschäfte an. Im Rheinland und an der Saar verlief die Gründung von Fliesenfachgeschäften langsamer als in anderen deutschen Gebieten. Das lag daran, dass die dort ansässige keramische Industrie den ortsnahen Verkauf und die Verarbeitung der produzierten Fliesen selbst in der Hand hatte. Ab 1933 verzichtete die keramische Industrie weitgehend darauf, die produzierten Fliesen selbst anzusetzen und zu verlegen.
Die braun-grün-orangen Muster der 60er Jahre wurden von dem neuen Weiß-Trend abgelöst. Plötzlich war es "in", selbst Wohnräume mit klinisch weißer Keramik zu verkleiden. Nach wie vor gibt es von den Herstellern vielfältige Dekorsysteme, die jedoch meist sparsam eingesetzt werden. Die Fliese heute, mehr oder weniger bunt und aussagefreudig, ist hauptsächlich den Räumen vorbehalten, in denen ihre hervorragenden bautechnischen Eigenschaften unentbehrlich sind. Die Moden werden sich weiter ändern und dem Wechsel der Zeit unterliegen, die Fliese wird aber ihren angestammten, festen Platz nie verlieren.
Heutzutage ist der keramische Belag aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Jeder kann sich Fliesen leisten. Und das hat selbstverständlich vor allem damit zu tun, dass hier die aufwendige Handarbeit von Luxusartikeln der maschinellen Fertigung, also industriellen Produktion, von Gebrauchgegenständen gewichen ist. Bei all dem darf man eines jedoch nicht vergessen: Unsere Urahnen haben uns einiges vorgemacht. Denn an der Zusammensetzung der Fliesen und Platten hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert.
Für Architekten, Künstler, Designer und Raumgestalter ist die Keramik, die heute wie früher aus den natürlichen Rohstoffen, Ton, Feldspat und Quarz besteht, ein Baustoff mit hervorragenden Eigenschaften. Die Vielfalt an Formen, Oberflächenstrukturen, Größen und Farben eröffnet der Phantasie unbegrenzten Raum. Fliesen geben jedem Raum eine besondere Atmosphäre. Vom sonnigen Gelb über die beruhigenden Pastelltöne, vom kühlen Blau über das aktive Rot, bis zu den dunklen Farben oder dem Spiel mit farbigen oder hell-dunklen Kontrasten. Dabei ist die Kunst des Fliesenlegens nicht nur ein besonders gefragtes Handwerk. Der Fliesenleger wird regelrecht zu einem Wand- und Bodengestalter. Von Schwimmbädern und Badezimmern und von Außenfassaden, Museen und Bahnhöfen. Eine Betonsäule wird durch Fliesen in einen buntglänzenden Zylinder verwandelt. Ein großer Raum wird in verschiedene Ebenen unterteilt. Eine große Wand wird durch ein Kunstwerk aus Fliesen zum Blickfang. Jedem Raum verleihen Fliesen in kleinen oder großen, die runden, rechteckigen oder schmalen Keramikplatten eine ganz besondere Note. Rustikale Fliesen geben einem Wintergarten einen südländischen Charakter. Das Verlegemuster bring Abwechslung in den Raum. Keramik ist nicht nur schön anzusehen. Keramik ist auch ein Material, das dem Trend zum gesunden Wohnen entgegen kommt. Auch die Eigenschaft, temperaturregulierend zu wirken, macht Fliesen so beliebt.
Die Fliese hat somit eine beachtliche Erfolgsgeschichte hinter sich. Kaum ein anders Material konnte einen ähnlichen weltweiten Siegeszug feiern wie die Keramik (vom griechischen Wort für Ton "Keramos"). Die Zivilisationen rund um den Erdball entdeckten schon vor Urzeiten die Nutzungsmöglichkeiten des Gemischs aus verschiedenen in der Natur vorkommenden Tonsorten und Wasser.
Von avantgardistisch bis klassisch, solo oder kombiniert mit anderen Materialien - alles ist möglich, denn Fliesen sind ein Werkstoff mit Geschichte und Zukunft.
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2. Die Geschichte der Fliese in Deutschland
Die Geschichte der deutschen Fliese lässt sich in vier Zeitabschnitte einteilen:
1. Das Mittelalter
2. Die Renaissance
3. Die Periode des Imports niederländischer Fayencen und deren Einfluss auf deutsche Fayencewerkstätten
4. Die Ära frühindustrieller Fertigung von Fliesen.
Der Dreißigjährige Krieg und dessen Nachwirkungen hatte die Herstellung und Verarbeitung von Fliesen enorm beeinträchtigt.
Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts stieg mit dem Import von niederländischen Fliesen die Verwendung von Fayencefliesen Der bayerische Kurfürst Max Emanuel (1662-1726) wurde 1691 vom spanischen König Karl II. auf Empfehlung des englischen Königs Wilhelm III. zum Statthalter der spanischen Niederlande ernannt. Bis 1701 übte es sein Amt aus. Damit kann man seine Vorliebe für niederländische Gepflogenheiten und für die niederländische Fliese erklären. Allerdings wirkten dabei mehrere Faktoren zusammen. Der Zeitgeschmack mit der "porcellaine plättgen" bezeichnet. Zu den vorgenannten Vorzügen niederländischer Fliesen kam noch hinzu, dass die weiße Zinnglasur und die blaue Bemalung den Farben Weiß und Blau der Wittelsbacher Rauten entsprachen.
Max Emanuel kannte die Fliesenarbeiten in und am "Trianon de Porcelaine" in Versailles, denn die Beziehungen zwischen dem bayerischen Hof und Paris waren durch verwandtschaftliche und politische Bande eng geknüpft. Die Fliesen für die beiden Nymphenburger Parkschlösschen Pagodenburg (1716/19) und Badenburg (1718/21) sowie für das Münchener Stadtschloss waren die ersten größeren Importe niederländischer Fliesen.
Kurfürst Max Emanuel übertrug seine Vorliebe für niederländische Fliesen auf seine Söhne, so dass auch in deren Bauten niederländische Fliesen vielfältige Verwendung fanden.
Kurfürst Karl Albrecht (1697-1745), nach seiner Krönung zum Kaiser: Karl VII. Albrecht, ließ für seine Frau Amalia im Nymphenburger Schlosspark 1734/39 die Amalienburg bauen. Dabei wäre zu erwähnen, dass in den beiden anderen Parkburgen ausschließlich Fliesen mit blauer Bemalung verwendet wurden. Die Fliesen der Amalienburg weisen demgegenüber eine Vielfalt von Farben und Darstellungen auf. So z. B. große Blumenvasentableaus, Darstellungen von Damen im Kimono und groteske Ungeheuer in bizarrer chinesischer Landschaft zieren dort die Wände und Fußböden.
Der Erzbischof vom Köln, Kurfürst Clemens August, der auch Inhaber anderer kirchlicher Würden sowie Hochmeister des Deutschen Ritterordens war, ließ von 1729 an Schloss Falkenlust errichten. Der außergewöhnlichste Raum in diesem Schloss ist das Treppenhaus, dessen Vorbild das sehr kleine Stiegenhaus der Pagodenburg im Nymphenburger Schlosspark gewesen sein dürft. Es durften für das Schloss Falkenlust natürlich keine handelsüblichen Fliesen verwendet werden. Die Bemalung der Rotterdamer Fliesen erfolgte nach vorgegebenen Entwürfen. Das wunderschöne Grundmotiv ist ein rhombenförmiges Netz aus Fliesen mit den Rauten des Wittelsbacher Hauswappens.
In Schloss Augustusburg ließ Kurfürst Clemens August die Wandsockel im Sommerappartement mit Fliesen aus Rotterdam bekleiden. Im Sommerspeisesaal und im Badkabinett wurden die Fliesenbekleidungen raumhoch ausgeführt. Auch diese Fliesen wurden in Rotterdam hergestellt. Anderen Schlossbauten, die von Kurfürst Clemens August in Auftrag gegeben wurden, enthalten ebenfalls niederländische Fliesen oder sind durch Bauakten nachgewiesen.
Vielfältige Verwendung fand die Fliese auch in den Regierungszeiten der Wittelsbacher Joseph-Clément de Bavière (1694-1723) und Jean-Théodore (1744-1763) als Erzbischöfe von Lüttich. Dabei konnte man feststellen, dass es sich vor allem für die Adeligen, aber auch für reiche Kaufleute gehörte, in ihren Palästen oder Häusern Fliesenarbeiten durchzuführen.
Die traditionelle Keramikproduktion wurde durch den Import niederländischer Fayencen brach gelegt und gab Anstoß zur Gründung von deutschen Fayencewerkstätten. Fast ausschließlich hatten nur Niederländer oder in den Niederlanden ausgebildete Keramiker das Können, über das zur Gründung und Leitung einer Fayencewerkstatt erforderliche Wissen. Da die so genannten "Delfter Fliesen" Mode waren und zugewanderte Niederländer weiterhin Motive in gewohnter Weise malten, ist es meist äußerst schwierig, zu unterscheiden, ob Fliesen in einer niederländischen oder deutschen Fayencewerkstatt gefertigt und bemalt wurden.
Erst durch Siegfried Stahl wurde die deutsche Fayencefliese, als übernommene niederländische Entwicklung in ihrer Gesamtheit in seinem 1977 erschienenen Buch "Deutsche Fliesen, Fayence-Fliesen des 18. Jahrhunderts" dargestellt. Bis dato gab es unzulängliche Veröffentlichungen zu einzelnen Werkstätten oder speziellen Arbeiten. Als Anhang können Sie sehen, in welchen Städten die Fliesenproduktion nachgewiesen wurde:
Altona (1786-1813)
Ansbach (1709/10-1806, 1807-1839)
Bayreuth (1713/14-1835)
Berlin (1678-1844)
Braunschweig (1707-1807)
Crailsheim (um 1715-1827, Dorotheenthal (1707/15-1806)
Dresden (1708-1784)
Erfurt (1707-1792)
Flörsheim (1765-1914)
Frankfurt (1666-1772)
Hanau am Main (1661-1806)
Hannoversch Münden (1732-1854) Itzehoe (1790-1803)
Kassel (1680-1788)
Kellinghusen (1763-um 1860)
Köthen (1735-1752)
Künersberg (1745-1768)
Lesum (1756-1800)
Ludwigsburg (1758-1824)
Magdeburg (1754-1865)
Nürnberg (1712-um 1840)
Oettingen-Schrattenhofen (1735-um 1830)
Rheinsberg (1762-1866)
Schleswig (1755-1814)
Schrezheim (1752-1852)
Stockelsdorf (1772-1800)
Stralsund (1757-1792)
Wrisbergholzen (1735-1834)
Zerbst (1721-1861).
Neben den importierten Fliesen spielte in einigen fest umgrenzten Gebieten Deutschlands die Irdengutfliesen noch eine Rolle. Werkstätten aus bekannten Töpferzentren vom Niederrhein, von der Schwäbischen Alb, aus Württemberg, Hessen und Thüringen, stellten neben Ofenkacheln, Gebrauchs- und Zierkeramik auch Irdengutfliesen in geringer Anzahl her. In den oben genannten Gebieten wurden Fliesen im Zusammenhang mit einer Feuerstätte angesetzt und teilweise auch als Brandschutz unter Öfen verlegt. Auch wenn die Verbreitung von Irdengutfliesen im 18. Jahrhundert nicht besonders groß war und auf die Nähe zu Töpferzentren beschränkt blieb, so soll die Irdengutfliese doch als eine von vielen Fliesenarten nicht unerwähnt bleiben.
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3. Geschichte der Fliese in Spanien
Seit dem Einfall der Araber 711 unterlag Spanien mehr und mehr islamischer Herrschaft und damit kultureller Einflüsse des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas. Nur wenige besondere Stücke, wie Zier- und Gebrauchskeramiken, sind in den Museen Spaniens aus der Zeit der Omaijaden-Herrscher erhalten. Erst bei Entstehung spanisch-muselmanischer Kunst zur Zeit des Omaijaden-Emirats (756-929) fanden glasierte Keramiken Anwendung in der Architektur. Der Bau der großen Moschee in Cordoba war Höhepunkt der spanisch-muselmanischer Baukunst. Die islamisch Baukunst in Andalusien erreichte Ihren Höhepunkt bei der Errichtung eines Omaijaden-Kalifats im Jahre 929 bis 1031.
Der Architektur von Bagdad, Samarra, Tunis und den Städten Ägyptens eiferten die Bauhandwerker nach. Somit fanden auch Fliesen vermehrt Verwendung. Durch die politische Teilung des Landes (1031-1086) kam nach dem Zerfall des Kalifats von Córdoba in Taifas ein Aufleben der Herstellung und Verwendung von Fliesen in den neuen Zentren Toledo, Zaragoza, Denia, Almería und Sevilla.
Es entwickelten sich eine strenge und nüchterne Architektur unter der Herrschaft von Almoraviden und Almohaden (1088-1232), durch religiös bedingte Ablehnung schöner Künste. Die Kombination unglasierter Ziegel mit wenigen glasierten Fliesen ist ein Stilelement dieser Epoche. Die Fliesenherstellung lebte im Nazari-Reich (1232-1492) wieder auf und erreichte in Herstellung und Verwendung größte Perfektion. Dafür finden sich schöne Beispiele, wie die Fliesenarbeiten in den Räumen von Santo Domingo de Granada, einem ehemaligen Nazari-Palast. Das prächtigste Bauwerk dieser Epoche ist die Alhambra von Granada, das letzte islamische Monument der Iberischen Halbinsel. Besonders sehenswert sind die Fliesen im Saal der zwei Brüder und im Gefangenenturm.
Besonders erwähnenswert sind auch die im maurischen Stil für die neuen christlichen Herrscher gefertigten Fliesenarbeiten, die man sich zum Beispiel im Alcázar oder Palacio Real in Sevilla ansehen kann.
Nach der Rückeroberung des Landes durch christliche Heere, blieb die Fliese als Wandbekleidung sowie als Boden- und Stufenbelag weiterhin wichtiges Bau- und Dekorationselement. Eine Besonderheit stellen die 'soccarat'-Fliesen oder 'azulejos por tabla' dar, die zwischen Balken auf Leisten aufgelegt eindrucksvolle Deckenflächen bilden, wie zum Beispiel im Kreuzgang des Klosters von Santa Clara in Sevilla.
Fliesen in unübertroffener Qualität lieferten die Werkstätten aus Valencia, Manises und Paterna. Besonders hervorzuheben wären auch Fliesen mit Lüsterglasuren, in vielen europäischen Staaten und sogar in dem Vorderen Orient. Die Vorherrschaft im gesamten Mittelmeerraum gewann die Valencianische Keramik. Ein Großteil exportierter Keramik gelangte über Mallorca als Umschlagplatz nach Italien. Die Bezeichnungen 'Majolika' in deutsch, 'mayólika' in spanisch, in italienischer Sprache 'maiolica' und im Sprachgebrauch der Toscana 'majorca' sind von Mallorca, dem spanischen Umschlagplatz von Fliesen, abgeleitet.
Die Tradition der Fliesenherstellung in Sevilla, vor allem im Vorort Triana, und in Toledo wurde ebenfalls nach der Reconquista beibehalten. Die Keramiker entwickelten dort die Dekortechniken "de cuerda seca" und "de cuenca". Bei der Technik 'de cuerda seca' ritzte man das Ornament in die lederharte, noch nicht gebrannte Fliese und füllte die so entstandenen Rillen mit fetthaltiger Masse. Beim Brand verhinderte diese aufkochende Masse das Ineinanderfließen der unterschiedlich eingefärbten Glasuren. Beim zweiten 'de cuenca' oder 'de arista' genannten Verfahren wurden die Abgrenzungen der Farbglasuren durch Profilierung der Fliese erreicht. Auf einer Fliese oder auf einem Rapport von vier Fliesen wiederholen sich hauptsächlich geometrische Muster der arabischen 'alicatados'. Der Mudéjar-Stil, die spanisch-islamische Kunstrichtung nach der Reconquista, in der sich unter christlicher Herrschaft lebende maurische Künstler den Wünschen ihrer Auftraggeber anpassten, spiegelt deutlich die geistige Einstellung dieser Epoche.
Spanien verwandelte sich im Mittelalter in einen Schmelztiegel, in dem so unterschiedliche kulturelle Faktoren aufeinander trafen, wie die reiche spätromanische und westgotische Keramiktradition, das technische Wissen und dekorative Repertoire der ägyptisch-mesopotamischen Kultur sowie die ästhetischen Einflüsse und neuen Werte der christlichen Welt aus Nordeuropa und dem Mittelmeerraum. Dies hatte ein buntgemischtes künstlerisches Panorama zur Folge, das trotz der Verschiedenheit seiner Ursprünge einen überraschend hohen Grad an ästhetischer Einheit erreichte, wie sie auch in anderen Bereichen von Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft des arabisch-christlichen Spaniens (u. a. Mudéjar-Stil) vorherrschte.
Zu den technischen Neuerungen im 11. Jahrhundert, die mit dem Vordringen des arabischen Kulturraums nach Spanien gelangten, sind wegen ihrer weitreichenden Konsequenzen verschiedene keramische Verfahren hervorzuheben, die den Erzeugnissen einen gläsernen Überzug verliehen, der sie wasserdicht machte und zugleich Untergrund und Deckschicht für eine eventuelle Einfärbung oder für das Dekor war. Im einzelnen handelte es sich dabei um transparente oder in grünlichem Ton gefärbte Bleiglasuren, Dekorationen auf weißem Engobe unter transparenter Glasur und Dekorationen mit metallischem Schimmer, die bereits im 11. Jahrhundert realisiert wurden und ursprünglich aus Mesopotamien, Persien sowie Ägypten stammten.
Diese Technik gelangt schon früh auf die Iberische Halbinsel, wo sie zur Entstehung einer bedeutenden Produktionsstätte in Malaga führt. Auch die Dekoration mit goldenem Schimmer fand in der Architektur der arabischen Epoche Anwendung, unter anderem als Außenverkleidung, wie etwa an der halbrunden Kugelhaube, welche das Minarett der Hauptmoschee von Sevilla (12. Jh.) krönte, aber auch an anderen Gebäuden der Stadt. Diese Technik wurde von den Reisenden sehr bestaunt, wovon zum Beispiel El Idrisi bei seinem Aufenthalt in Calatayud im Jahr 1154 Zeugnis ablegt.
Die ersten Zeugnisse von in der Architektur verwendeten glasierten Fliesen reichen nicht viel weiter zurück als bis Ende des 12. Jahrhunderts. Die Spezialisten auf dem Gebiet neigen dazu, die verwendeten Techniken und ihre weit verbreitete Anwendung in der Architektur mit Persien in Verbindung zu bringen, wobei man annimmt, das aufgrund der Invasion Persiens durch die Truppen Dschingis-Khans nach Al Andalus (Andalusien) eingewanderte Töpferfamilien einen Einfluss auf die Entwicklung der Fliesen im 14. und 15. Jahrhundert ausgeübt haben könnten.
Die Verwendung von Bodenfliesen und mit Fliesen verkleideten Wandsockeln breitete sich im Süden Spaniens schnell aus. Bereits vor 1240 weist lbn Said auf die in Andalusien hergestellte Keramik hin, die für Bodenbeläge in den Häusern Verwendung fand und "a-zala,iyi" genannt wurde. Diesem Chronisten zufolge "besaßen die Fliesen eine große Vielfalt an Farben und traten an die Stelle des im Morgenland zur Verschönerung der Häuser eingesetzten farbigen Marmors". Mit einer ständig zunehmenden Komplexität ihrer Entwürfe, mit verfeinerten geometrischen Formen und mit einer immer virtuoseren Verarbeitung spiegeln die Fliesen auf eindeutige Weise die allgemeine Entwicklung der kulturellen Elemente wider. Davon legen unter anderem verschiedene mit Fliesen verzierte Räume der Alhambra in Granada Zeugnis ab.
Im architektonischen Bereich wurde bei der Fliesenverkleidung im 14. und 15. Jahrhundert ein ungewöhnliches hohes Niveau vor allem bei ihrer Verwendung als Bodenbelag oder Wandsockel erreicht.
Eine hohe Spezialisierung der Arbeitskräfte, die für diese und andere Dekorationsarbeiten nötig war, traf man auch in vielen anderen Sektoren der Wirtschaft Granadas des 14. und 15. Jahrhunderts an. Diese zehrte zum einem von dem aus dem Sudan stammenden Gold, fand aber zudem eine Einnahmequelle von unschätzbarem Wert im Export ihres Images als Wahrzeichen der hohen Lebensqualität einer höfischen, aristokratischen und gebildeten Gesellschaft mit einem ausgeprägten Sinn für den Komfort.
Der Keramiker und Keramikmaler Francesco Niculoso kam um 1500 aus Pisa nach Sevilla und lieferte im Jahre 1504 Fliesen für den königlichen Palast, den Alcazar von Sevilla und signierte die Altarbekleidung mit 'NICULOSO FRANCISCO ITALIANO ME FECIT'. Weitere Fliesenbilder schuf er zum Beispiel für die Klöster Santa María de Tendudía (Sierra Morena, bei der Stadt Calera de León), Santa Paula (Sevilla) und die Kirche Santa Anna (Triana). Ein von Francesco Niculoso signiertes Fliesenbild rettete man aus den Trümmern eines Palastes in Lissabon, nachdem die Stadt durch ein Erdbeben 1755 zerstört wurde. Dieses Tableau befindet sich heute im Rijksmuseum in Amsterdam. Auch Niculosos Sohn Juan Batista schuf Fliesenbilder. Zwei Arbeiten von ihm befinden sich im Gemeente-Museum, in Den Haag.
Aus der Blütezeit polychromer spanischer Fliesenmalerei von ca. 1500 bis ca. 1650 sind vor allem die folgenden Fliesenmaler zu erwähnen: Roque Hernández, Alonso García, Christóbal de Augusta und Oliva de Toledo.
Die Gegend um Valencia war bereits unter arabischer Herrschaft ein Brennpunkt der Keramikproduktion. Seine geschickte Handelspolitik war die beste Grundlage für den Vertrieb der Keramikprodukte über den Hafen von Valencia, dem damals aktivsten des Mittelmeers, in die christlichen und moslemischen Staaten des Mittelmeerraums.
Später fanden die Keramikprodukte aus Manises großen Anklang bei den Dogen von Venedig. Fliesen aus Manises und Paterna wurden ebenfalls in Bauwerken in Ligurien verwendet und sogar bis nach Ägypten, Syrien und die Türkei verschifft.
Aber der bedeutendste Abnehmer war sicherlich der Rest des damaligen Italiens. In den Jahren 1445-57 ließ Alfons der Großmütige den Boden seines Palastes Castel Nuovo in Neapel mit Fliesen aus Manises auslegen, die mit seinem Wappen dekoriert waren. Manises versorgte selbst den Vatikan mit Fliesen, die dessen Räumlichkeiten im 15. Jahrhundert zierten.
Die Zurückeroberung von Gebieten durch christliche Truppen im 15. Jahrhundert bewirkte, dass das Produktionszentrum für Dekorationen mit metallischem Schimmer von Malaga nach Manises verlegt wurde, womit eine über Jahrhunderte hinweg andauernde, fruchtbare Beziehung zwischen dem damals noch arabischen Andalusien und der bereits wieder christlichen ostspanischen Mittelmeerküste entstand, wo heute noch der Großteil der spanischen Fliesenherstellung ansässig ist.
Als gegen 1500 die Produktionsstätten in Manises und Granada einen Einbruch erlitten, setzten sich andere Städte, vor allem Sevilla und Toledo, an die Spitze der Fliesenproduktion. In diesen Städten begann man mit der Herstellung von Produkten mit einer neuartigen Technik: Die Dekorierung des Hauptmotivs auf einem quadratischen Bisquit, was nicht nur die Verlegung erheblich vereinfachte, sondern auch zum Aufkommen der ersten Anklänge einer Serienproduktion beitrug. Diese Technik hatte einen einschlagenden Erfolg und in nur wenigen Jahren überschwemmten die mit ihrer Hilfe hergestellten Produkte die Märkte Spaniens, Europas und Amerikas. Für letzteren benötigte man vor allem billigere, exportfähige Produkte und insbesondere Fliesen, die leicht zu verlegen waren. Diesen Gesichtspunkt meisterten die Manufakturen aus Manises ab Beginn des 14. Jahrhunderts mit großem wirtschaftlichem Erfolg.
Die Fliesen aus Sevilla gelangten unter anderem nach Großbritannien, verschönerten die Räume des Papstes Leo X. (1513-152l) und die Engelsburg in Rom, sowie bis heute erhaltene Paläste in Neapel und Genua.
Politische und wirtschaftliche Beziehung führten Mitte des 16. Jahrhunderts zwischen Spanien und den spanischen Niederlanden zu einer Einwanderung flämischer Keramiker und zur Übernahme flämischer Stilelemente in die Bemalung von Fliesen. Diese Bemalung mittels eingefärbter Glasuren auf einer den Scherben abdeckenden Lage Zinnglasur löste die Dekoration von Fliesen im Mudéjar-Stil ab.
In der Zeit des Barock war die Region Valencia das Zentrum der Fliesenproduktion. Heute findet man noch in vielen valenzianischen Kirchen und öffentlichen Gebäuden wie zum Beispiel in der Lonja de la Seda (Seidenbörse) wunderschöne Fliesenwände und Fliesenböden aus dieser Zeit. Zum Teil sind Ornamental dekorierte Flächen in historische, biblische und mythologische Darstellungen integriert. In vielen Orten wurden großflächige Heiligenbilder (paneles callejeros) an Außenwänden angesetzt.
Bald fand die Fliese ihren Weg in die Küchen. In Bekleidungen aus Ornamentfliesen sind oft auf Tableaus Personen dargestellt, die einer Küchenarbeit nachgehen (panel de cocina). Es finden sich aber auch auf Fliesen gemalt Küchengeräte, Obst, Gemüse und Haustiere.
Fliesen aus Katalonien waren bis zum 16. Jahrhundert weitgehend an Fliesen aus Valencia oder Talavera orientiert. Erst im 17. Jahrhundert fand man in Katalonien eine eigene Stilrichtung. Außer großen religiösen Wandbildern wurden Ornamente auf Fliesen in vielfältiger Art gemalt. Eine Besonderheit stellen die katalonischen 'azulejos de oficios' (Handwerkerfliesen) dar.
Unter dem Bourbonen Carlos III. (1731-1735 Herzog von Parma, 1723-1759 König von Neapel und Sizilien) breitete sich französischer Einfluss in Spanien aus. König Carlos III. ordnete die Errichtung von Fayencemanufakturen in Alcora (bei Castellón) und in Madrid an. Die Bemalung der Fliesen aus diesen Werkstätten zeichnet sich durch sehr genaue Zeichnung der Ornamente und zarte Pastellfarben aus.
Im 17. und 18. Jahrhundert kam es zu großen Umwälzungen, die eine häufige Verlegung der Produktionsstätten bewirkten. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchläuft die Fliesenherstellung dann eine vorindustrielle Etappe, in der die ersten gedruckten Kataloge erscheinen und der Grundstein für die heute übliche Promotion der Produkte gelegt wurde, unter anderem auf der Weltausstellung von 1888 in Barcelona.
Die Fliesenproduktion expandierte im 19. Jahrhundert durch die Einführung vorindustrieller Techniken (z.B. Schablonenmalerei). Somit wurden Fliesen für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar. Wie wir wissen, war und ist ein Haus ohne Fliesen in Spanien kaum denkbar.
An der Schwelle zum 21. Jahrhundert haben die spanischen Keramikerzeugnisse dank des technischen Fortschritts die erstklassige Qualität erreicht, die sie heute auf den Weltmärkten auszeichnet.
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4. Die Geschichte der Fliesen in Italien
Die frühesten Nachweise glasierter und dekorierter italienischer Fliesen sind die von den Kirchenstufen und dem Boden der Basilica di San Francesco in Assisi. Sie dürften schon während der ersten Bauphase der Kirche (1228-1253) angesetzt und verlegt worden sein.
In der Zeit um 1350 müssen die diagonal angesetzten Fliesen an der Außenwand der Apsis von San Martino in Lucca stammen. Die Fliesen zieren Phantasiegeschöpfe, groteske Menschenköpfe, das Pisaner Kreuz und weiße Amphoren.
1427 wurde womöglich der älteste erhaltene keramische Bodenbelag aus glasierten und dekorierten italienischen Fliesen in der Cappella Caracciolo del Sole der Kirche San Giovanni a Carbonara in Neapel verlegt. Diese Fliesen schmücken unter anderem Köpfe im Profil, heraldische Motive, Palmetten, stilisierte Blumen und Früchte.
Aus Neapel stammend und ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert zugehörig, sind die Fliesenböden in einer Kapelle der Kirche San Pietro a Maiella und der Cappella Pontano.
In der ewigen Stadt Rom kann man schöne Zeugnisse von Fliesenböden des 15. Jahrhunderts bewundern. In der Engelsburg, deren Mauern einigen Päpsten für längere Zeit Schutz boten, sind vor allem die Fliesen mit den Wappen mehrerer Päpste besonders sehenswert. Die ältesten Exemplare wurden von Papst Niccolò in der Zeit 1447-1450 in Auftrag gegeben. In der Kapelle Leos X. liegen Fliesen, die 1515 wahrscheinlich in der Werkstatt des Andrea della Robbia gefertigt wurden.
Der Fliesenboden in der Bologneser Kirche San Giacomo Maggiore, den Papst Johannes II. zwischen 1486 und 1494 in seiner Hauskapelle verlegen ließ, wird ebenfalls der Werkstatt Andrea della Robbias zugeschrieben.
In der von Vaselli errichteten Kapelle San Sebastiano der Chisa San Petronio in Bologna findet man einen Fliesenboden aus dem Jahre 1487. 1494 kamen gemäß schriftlicher Aufzeichnungen im Archiv der Gonzaga im Castello Vecchio der Isabella d'Este, Herzogin von Mantua, dreizehn Kisten mit Fliesen an, die im Jahr zuvor in der Werkstatt des de' Fedeli in Pesaro gefertigt wurden. Isabella d'Este ließ neben dem Wappen ihres Mannes, fünf Motive malen. Vier dieser Motive sind mit Devisen in deutsch, französisch, spanisch und griechisch versehen; jenen Sprachen, die an ihrem Hof gepflegt wurden.
Die wenigen erhaltenen wunderschönen Fliesen, die man in nur ausgewählten Museen wie Mantua, Mailand und London finden kann, haben trotz ihres Alters und mancher Beschädigung den opalisierenden Schimmer ihrer Glasur erhalten.
Etwa aus gleicher Zeit stammen Fliesen mit Rosetten und Blumen, die in den vatikanischen Gemächern der Borgia angesetzt wurden. Erstaunlicher Weise sind noch Fliesen im Originalzustand an der Wand unterhalb des Kamins erhalten.
Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wurden Fliesenböden vor allem in Cafaggiolo, Deruta , Faenza, Florenz, Gubbio, Pesaro, Siena und ab Mitte des 16. Jahrhunderts in Caltagirone, Castelli und Savona gefertigt. Stiche von Andrea Mantegna, Jacopo de' Barbari, Marcantonio Raimondi, Pellegrino da San Daniele aber auch von Albrecht Dürer und Martin Schongauer beeinflussten die Dekorationen.
Ein von der Familie Lando 1510 in Faenza für ihre Kapelle in Venedigs Kirche San Sebastiano in Auftrag gegebener Fliesenboden liegt heute noch in einigermaßen gutem Zustand. Die gängigsten Motive wie z.B. Fische, Masken, Musikinstrumente und Waffen sind in Gelb, Grün, Orange, Türkis und Violett gemalt.
Im Londoner Victoria & Albert Museum befinden sich Reste reich verzierter Fliesenböden z.B. aus dem Dom zu Siena und vom 1509 für den Petrucci-Palast in Siena gefertigten Boden.
Im Palazzo Vecchio zu Florenz liegen heute noch in der Kapelle, die Papst Leo X. ausbauen ließ, Teilbereiche des zwischen 1513 und 1521 verlegten Fliesenbodens. Die Fliesen sind mit Arabesken im Relief dekoriert.
In der Renaissance waren die Bodenbeläge nicht alle glasiert. Wesentlich widerstandsfähigere unglasierte Fliesenböden sind zwar weniger auffallend aber nicht weniger interessant. Durch unterschiedliche Maße und Formen kann man hier eine enorme Wirkung erzielen. Zum Teil sind die Böden auch zweifarbig (rot und gelb). Auch glasierte und dekorierte Fliesen wurden in einigen Böden eingearbeitet, wie zum Beispiel in dem Palazzo Venezia und der Kirche Santa Maria del Popolo in Rom, im Palazzo Vecchio zu Florenz sowie im herzoglichen Palast von Urbino.
Unglasierte Fliesen mit Einlagen andersfarbiger Tone haben die Wirkung von Intarsienarbeiten. Böden dieser Art finden sich im Palazzo Pitti zu Florenz, in Roms Engelsburg (z.B. Apollosaal und Bibliothek), dem Palazzo Ruspoli in Rom und den vatikanischen Borgiasälen.
Nicht unerwähnt sollen dabei die Fliesenbeläge vom Pisaner Francisco Niculoso gemalten Fliesentableaus oder die unterschiedlichsten Votivtafeln bleiben.
Viel seltener wurden die Fliesenbekleidungen im 17. Jahrhundert. Man kann aber sagen, dass sie trotz dessen nicht ganz aus der Mode kamen. In Sizilien wurde z.B. von Giuseppe Maxarato für die Kapelle San Giorgio dei Genovesi der Klosterkirche San Francesco in Sciacca ein Lambris von 1,25 x 7,00 m geschaffen. Von ursprünglich 376 Fliesen sind noch 301 Fliesen erhalten. Als die Kapelle 1952 abgebrochen wurde kam der Lambris mit sieben Szenen aus dem Alten Testament in die Kunstakademie von Sciacca.
In den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts arbeiteten gerade die Fliesenwerkstätten in Caltagirone (bei Catania), Sciacca und Burgio auf der Mittelmeerinsel Sizilien besonders produktiv. Die Werkstätten in Burgio waren spezialisiert auf Votivtafeln und Tableaus mit Darstellungen der Madonna und von in Sizilien verehrter Heiligen. Für Sciacca sind die "mattoni di censo" typisch. Es sind Tafeln, die an die Hauswände angebracht wurden und bekundeten, an welche Kirche oder Kloster Geld entrichtet wurde. Im Museo dell'Istituto d'Arte per la Ceramica von Caltagirone sind besonders schöne Beispiele zu sehen. Die größte Übersicht der Keramikproduktion Siziliens bietet das Museo Diocesano von Palermo. Trotz der großen einheimischen Fliesenproduktion wurden noch große Mengen aus anderen Mittelmeergebieten eingeführt. Bevorzugter Einkaufsplatz für hochwertige Fliesen war die spanische Stadt Valencia. Auch heute noch nennt man Fliesen mit durchscheinender farbiger Glasur auf Sizilien im Volksmund "mattoni di Valenza".
An der Schwelle des 18. Jahrhunderts ist die Keramikproduktion in den Abruzzen von höherem Niveau als in Sizilien. Berühmt war der Töpferort Castelli. Francesco Grue gab den Fliesen aus Castelli einen eigenen, von Faenza, Urbino und Gubbio ornamental und farblich abweichenden, Stil.
In der Zeit des Barock wurden die Majolikaböden und -wände immer seltener.
Benedetto Bocchi schuf 1640 einen wunderschönen Boden für den "Sala della Stufa" im Florentiner Palazzo Pitti.
Fliesenböden mit geometrischen Motiven oder Grotesken wurden noch hier und da für Herrenhäuser geschaffen. Schöne Beispiele sind im Palazzo von Castell'Alfero (Asti) und im Palazzo Ferniani in Faenza zu sehen. Reste eines Sieneser Bodens befinden sich im Victoria & Albert Museum in London.
Nepal entwickeltes sich besonders im 18. Jahrhundert zum Zentrum der Majolikaproduktion. Den besten Überblick über die neapolitanische Majolikaproduktion gibt die Sammlung des Ezio De Felice im Palazzo di Donn'Anna zu Neapel. Ein in den Jahren 1727-36 für die Gerolomini-Bibliothek zu Neapel ausgeführter Bodenbelag besteht aus quadratischen Fliesen vermittelt aber den Eindruck vieler reichgeschwungener Medallions. Beeindruckend ist auch der Majolikaboden in der Pfarrkirche von Schiazzano/ Massalubrense.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts waren nicht nur die Majolikaböden aus Neapel berühmt, sondern auch die aufwendig bemalten Wandbekleidungen aus den Fliesenmanufakturen Neapels. Das reichste und großzügigste Beispiel ist der Kreuzgang des Chiostro delle Clarisse in Neapel. Die Neapolitaner Keramiker Donato und Giuseppe Massa schufen in den Jahren 1741-42 diese Dekoration. Bemalte Fliesen zieren die Mauern, Bänke, Säulen und Brunnen. Allein vierundsechzig Landschaftsbilder mit Schäferszenen, Maskenfesten und mythologischen Szenen findet man auf den keramischen Lehnen der Bänke an den vier Seiten des Kreuzgangs.
Eine andere Arbeit eines Neapolitaners, die auch sehr ergreifend ist, ist der Boden in der Kirche in Anacapri. Er wurde 1761 von Leonardo Chiaiese nach einer Vorlage des Francesco Solimena geschaffen. In überwältigender Art und Weise zeigt dieser Fliesenboden Pflanzen und Tiere des Gartens Eden und die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies.
Weitere Zentren der Fliesenproduktion befanden sich neben Neapel in Bassano, Lodi, Mailand, Savona und Venedig.
Niederländische und englische Einflüsse verdrängten auch in Italien ab Mitte des 18. Jahrhunderts immer mehr die einheimischen Stilarten und Produktionen.
So trennte sich zum Beispiel Rubati -der beste Mitarbeiter der Mailänder Werkstatt des Felice Clerici- um Imitationen nach englischen Vorbildern zu produzieren.
In der Werkstatt des Felice Clerici wurden die in den Niederlanden erfolgreichen Serien, wie z.B. Reiterfliesen, nach gleichen Kupferstichvorlagen gemalt.
Ein weiterer Grund für den Rückgand der italienischen Fliesenproduktion war die Gründung von Porzellanmanufakturen und die zunehmende Chinamode. So wurden von den Brüdern Giuseppe und Stefano Gricci aus Neapel Porzellanwände im Modetrend der Zeit für den kleinen Salon des Palazzo Reale in Portici und die Königspaläste in Madrid und Aranjuez geschaffen. Die Porzellanwände des Palazzo Reale in Portici befinden sich seit 1860 im Museum von Capodimonte bei Neapel.
Am Ende des 18. Jahrhunderts verspürte man den letzten Atemzug des Aufschwungs der Fliesenproduktion auf Sizilien. Aus dieser Zeit stammen die Böden der Kirchen Santissimo Salvatore und del Rosario in Caltagirone.
Bis zum Beginn der frühindustriellen Fertigung von Wand- und Bodenfliesen stagnierte die italienische Fliesenproduktion.
5. Die Geschichte der Fliese in Portugal
Nach wie vor wird seit dem 15. Jahrhundert die Tradition der Fliesenkunst des "Azulejo" gepflegt. Dabei wurden von den Arabern viele Muster überliefert. Zu einem späteren Zeitpunkt importierte Portugal dann seine Ware aus Spanien, Italien und den Niederlanden.
Die portugiesische Fliesenkunst entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Künstler orientierten sich an den Motiven aus der Geschichte ihres Landes und Innen- und Außenräume wurden dementsprechend großzügig geschmückt. Nirgendwo sonst kann man in einem anderen Land Europas diese Darstellungsweise häufiger anfinden. Portugal ist gekennzeichnet von einer zeitlosen Fliesenkunst. Auch sehr moderne Künstler bedienen sich dieser Technik. Der "Azulejo" ist Teil des portugiesischen Alltags und nicht wegzudenken aus den Stadtbildern, die die portugiesische Kultur und die Lebensart widerspiegeln.
Glasur
Auch die Glasur ist wichtig bei einer Fliese. Diese gibt ihr einen schönen Glanzfilm und erhöht somit die Leuchtkraft der Farbe, die Nuancen und das Dekor und gibt gleichzeitig Härte und Wasserundurchdringlichkeit.
Glasierte Steinzeugfliese
Glasierte Steinzeugfliesen sollten überall dort eingesetzt werden, wo Fliesenböden mit Straßenschuhen begangen werden. Diese werden in vielfachen Farbe und Format passend abgestimmt als Ergänzung zu Steingutfliesen angeboten.
Die Steinzeugfliesen stellen somit die zweite große Gruppe der feinkeramischen Fliesen dar. Sie besteht ebenfalls aus feinkörnigen und kristallinen Scherben. Im Unterschied zu den Steingutfliesen wurden die Steinzeugliesen bei Temperaturen um 1200°C dicht gesintert. Durch dieses Verfahren wird nicht nur eine größere Härte und Beanspruchbarkeit gewonnen, sondern auch die Wasseraufnahme wird drastisch herabgesetzt. Normalerweise liegt diese zwischen 1,5 bis höchstens 2,5 Prozent. Die Steinzeugfliesen sind daher frostbeständig und somit für Verlegung im Außenbereich passend.
Glasierte Steinzeugfliesen sind in unterschiedlichen Varianten erhältlich, wie z- B. mit und ohne Dekor, glatt und reliefiert, matt oder glänzend glasiert. Für den Außenbereich sollte man Mattglasuren wählen, da diese bei Nässe eine bessere Standsicherheit als glänzende gewährleisten. Zudem schützt eine Glasur die Fliesenoberfläche dauerhaft gegen Fleckbildner. Leider ist die Glasur nicht so widerstandsfähig gegen mechanische und chemische Beanspruchungen wie die Oberfläche unglasierter Steinzeugfliesen.
Bei unterschiedlichen Glasurtypen können sich auch unterschiedliche Abriebgruppen ergeben. Entsprechend der derzeit gültigen DIN EN 176 unterscheidet man bei glasierten Steinzeugfliesen fünf Abriebgruppen. Diese charakterisieren grundlegende Angaben über die Beanspruchbarkeit.
Grundfliese
Die Grundfliese bildet in den meisten Fällen eine quadratische oder rechteckige Fliese zu der es eine Reihe an passenden Formstücken gibt, so z.b. Sockelleisten, Stufenfliesen, Setzstufen, Bordüren, uvm.
Haltbarkeit
Die Haltbarkeit von keramischen Fliesenbelägen ist im Vergleich zu Substitutionsprodukten wie Laminat, Teppich, PVC, Kork usw. enorm hoch. Bei den Bodenfliesen kommt es hierbei vor allem auf den Abrieb an. Selbstverständlich wird die Haltbarkeit immer von der Art und Intensität der Nutzung beeinflusst hier ist auf entsprechende Auswahl von geeigenten Fliesen zu achten.
Herkunft
Die Herkunft ihrer Fliesen lässt sich oft auf ihrer Rückseite bestimmen. In den meisten Fällen ist dort das Produktionsland eingepresst.
Ein großer Teil der auf dem deutschen Markt befindlichen Fliesen kommt aus Italien und Spanien. Vor allem im "Billigsegment" sind jedoch die deutschen Hersteller sehr aktiv.
Injektionsverfahren
Das Injektionsverfahren wird im Fliesenbereich angewandt, um teilweise lockere oder hohl liegende Fliesen mit einer speziellen Hohlraumschlämme zu unterfüllen und so den Hohlraum zu beseitigen und einen Kraftschlüssigen Haftverbund zu erzeugen.
Individuell
Gestalten nach eigenen Wünschen und individuelles Design sind ein großer Trend. So ist es heute schon möglich eigenen Fotos und Motive fotorealistisch auf die Fliesen aufzutragen und zu einem ganz besonderen Blickfang werden zu lassen.
Aber auch mit den Mögichkeiten die der Fliesenfachhändler standartmäßig parat hat kann man viele individuelle Gestaltungswünsche erfüllen. Kombinationen aus Dekoren unterschiedlichen Fliesengrößen (Modulformat) sowie passend abgesimmten Farben bieten einen reichen Fundus, der Krativität weite Grenzen zu setzen.
Jollyschnitt
Normalerweise werden Fliesen rechtwinklig geschnitten bzw. "gebrochen". Es gibt aber auch Ausnahmen: und zwar den Jollyschnitt. Diese bilden Fliesen mit Effektglasuren. Diese Effektglasuren verlaufen nur in der Waagerechten in der gewünschten wirkungsvollen Weise.
Spritzt man die Glasur um die Kanten herum, entsteht ein vollkommen anderer Effekt. Daraus folgt, dass bei rechtwinklig gestoßener Verlegung an Außenecken die sichtbare Seitenkante ein abweichendes Erscheinungsbild liefert, welches "unschön" empfunden werden kann. Man kann das aber auch vermeiden, indem man die an der Außenkante aneinander stoßenden Fliesen an der betreffenden Kante "jolly" schneidet. Das bedeutet nichts anderes als ein 45-Grad-Gehrungsschnitt. Möchten man diesen Schnitt durchführen benötigt man allerdings eine spezielle Gehrungssäge, die zusätzlich über eine Wasserkühlung verfügt. Leider ist es nicht möglich sich eine Gehrungssäge auszuleihen. Daher bieten sich nur zwei Auswege an. Entweder lässt man einen Fachmann den Jollyschnitt ausführen oder man sollte auf Fliesen mit Effektglasur verzichten, falls man die Farbabweichung bei Außenecken nicht in Kauf nehmen will.
Jollyschiene
Ist eine Abschlußleiste für Fliesen die an den Außenecken, sowie an Fenster und Türlaibungen eingesetzt wird, um die unglasierten Kanten von Wandfliesen abzudecken. Die Farbe der Jollyschiene sollte in Anlehnung an die Fugenfarbe gewählt werden. Die Jollyschiene ist als PVC-schiene in unterschiedlichen Farbvarianten aber auch als Edelstahl, Messing oder Aluminiumschiene erhältlich.
Jura Marmor
In letzter Zeit erleben vor allem Jura Marmor und Solnhofer Natursteinplatten eine Renaissance. Die Beliebtheit dieser Rohstoffe hat in letzter Zeit wieder zugenommen. Ob geschliffen oder poliert, sägerauh oder bruchrauh, man kann fast alles damit machen.
Kacheln
Oftmals dient der Begriff Kacheln umgangssprachlich für das Wort Fliesen. Allerdings versteht der Fachmann unter dem Wort Kacheln gegossene Keramik für Öfen und Kamine.
Klinker
Bei Klinker handelt es sich um unglasierte meist gelb bis rotbraun durchgefärbte Ziegel aus grobem Ton. Klinker werden hauptsächlich im Außenbereich für Fassaden verwendet.
Klinkeröl
Spezielles Pflegemittel für Klinkerfliesen und Riemchen an Wand und Boden.
Langlebigkeit
Wie man bereits aus dem geschichtlichen Teil erlesen konnte halten Fliesen ein Leben lang. Dadurch bieten sie viele Vorteile wie geringe Kosten und Umweltfreundlichkeit. Fliesen sind im Prinzip nur mit Gewalt zu zerstören. Sie sind nicht brennbar, UV- und Säurefest sowie thermisch stabil.
Leitfähigkeit
Hier sollte man zunächst zwischen thermischer und elektrischer Leitfähigkeit unterscheiden.
elektrische Leitfähigkeit
Fliesen und Keramik allgemein leiten keinen elektrischen Strom. Keramit wird in den meisten Fällen soagr als Isolator verwendet.
thermische Leitfähigkeit
Die thermische Leitfahigkeit von Keramit ist durchschnittlich hoch. Gerade bei Fußbodenheizungen ist die thermische Leitfähigkeit ein gewünschter Effekt, um die Wärme aus dem Estich möglichst verlustfrei an die Umgebungsluft abzugeben. Je kompakter das Material, desto hoher die Wärmeleitfähigkeit. So hat Feinsteinzeug gegenüber normaler Grobkeramit oder Steingutfliesen eine höhere Leitfähigkeit, was aber im Gebrauchsalltag kaum ins Gewicht fällt.
Marmor
Abgesehen von Granit verwendet man häufig den weicheren Marmor. Bei Marmor handelt es sich um einen kristallinen Kalk mit sehr guter Bearbeitbarkeit, hoher Haltbarkeit und einer mannigfaltigen Farbpalette. Marmor ist polierfähig. Leider ist Marmor nicht immun gegen unsere scharfen Reinigungsmitteln und Zitronensäure und wird daher von diesen Mitteln "angegriffen".
Da Marmor besonders edel ist, ist er auch entsprechend teuer. Es zeichnet sich aber auch durch ein breit gefächertes Farb- und Qualitätsspektrum aus. Da Marmor aus Kalkgestein besteht ist wer wie bereits erwähnt sehr empfindlich gegen Säuren, d.h. auch gegen sauren Regen. Selbst in geschliffener Form ist seine Oberfläche mikroporös, so dass färbende Fleckbildner tief in das Material eindringen können, wenn man sich nicht für Platten mit versiegelter Oberfläche entschieden hat. Da Marmor aus recht weichem Material besteht eignet er sich nicht unbedingt immer als Bodenbelag. Zum Verfugen sollte man Materialien verwenden, die frei von kratzenden Bestandteilen sind.
Magerungsmittel
Bei Magerungsmitteln handelt es sich um Rohstoffe für die Fliesenherstellung, die zur Gruppe der Hartstoffe gehören, wie z.B. Quarzsand und Schamotte.
Mengenermittlung
Nachdem man sich für eine bestimmte Fliesensorte entschieden hat, sollte man einen Verlegplan erstellen, wodurch es möglich ist die genaue Menge an Grundfliesen, Dekoren, Bordüren, Sockeln oder Treppenfliesen zu ermitteln.
Mindersortierung
Eine Mindersortierung zeichnet sich durch ein anderes Aussehen und eine geringere Qualität der Fliesen aus. Diese Fliesen sind dann als 2. Sorte oder Mindersortierung ausgewiesen und werden zu einem günstigeren Preis verkauft. Diese Fliesen verfügen über die gleichen technischen Eigenschaften wie eine 1. Sortierung, haben aber kleinere Glasurfehler o.ä..
Mosaik
Bei Mosaik handelt es sich um kleinformatige Steinzeugfliesen, deren Fläche kleiner als 10 x 10 cm ist. Mosaikfliese sind heutzutage fast überall einsetzbar, ob in Küche oder Bad und dienen nicht nur ausschließlich der künstlerischen Gestaltung.
Mörtel
Unter Mörtel versteht man die Mischung aus Zement und Sand, der zur Verlegung im Dickbettverfahren dient.
Naturstein
Naturstein ist für den heutigen Fachbetrieb kein Fremdwort mehr. Ob Granit, Syenit, Porphyr, Gneis ob Quarzit, Marmor Kalkgestein, oder Schiefer und Sandstein sowie vieles andere mehr, kennt der kompetente Fliesenlegermeister und weiß, wie und wo man ihn einsetzen kann.
Oft ist gerade die elegante Kombination aus Naturstein und keramischen Fliesen eine beleibte Gestaltungsmöglichkeit. Bordüren oder Dekore aus Marmor sind z.B. oft universell zu den unterschiedlichsten Fliesen einsetzbar.
Damit wird der Naturstein vom Luxusprodukt in Richtung massentauglichkeit transferiert.
Nennmaß
Eine 20er Fliese hat beispielsweise das Nennmaß 200 x 200 mm, hingegen ein mögliches Herstellmaß von 197 x 197 mm. Das Nennmaß welches auf dem Karton abgedruckt ist weicht somit minimal vom tatsächlichen Maß ab.
Oberflächenverschleiß
Unter Oberflächenverschleiß versteht man den Glasurabrieb bei glasierten Steinzeugfliesen anlässlich schleifender, reibender Beanspruchung. Die Verschleißgruppe (Klasse I bis V) sollte vom Hersteller angeben sein (siehe Abriebgruppe). Hohen Einfluß auf den Oberflächenverschleiß von Bodenfliesen hat die reinigungshäufgkeit und Nutzungsintensität. Besonders kritsch ist eine hohe Nutzungsintensität in Verbindung mit schleifenden Stoffen wie Sand. Hier ist der Verschleiß am höchsten und es sollte möglichst auf durchgefärbtes Feinsteinzeug zurückgegriffen werden, welches keinem Obeflächenverschleiß unterliegt.
Oktogon
Bei Oktogonen handelt es sich um Achteckfliese die beim Verlegen mit quadratischen Einlagen aus Keramik oder Naturstein zusammengesetzt werden. Die Oktogonalverlegung bietet die Möglichkeit einer optischen Auflockerung und ist schon seit der Antikte ein beliebtes Gestaltungsmittel.
Platten
Dieser Begriff wird von den Profis meist als Synonym für einzelne Fliesen genutzt.
Pflege
Bei der Pflege ist es äußerst wichtig, auf die unterschiedlichen Materialgruppen der Fliesen wie Steingut, glasiertes Steinzeug und unglasiertes Steinzeug und bei Kombinationsbelägen auch die speziellen Pflegehinweise für Naturstein zu beachten.
1. Steingutfliesen:
Da die hochwertigen Glasuren von Steingutfliesen glatt und porenlos sind, bieten sie keine Angriffsfläche für schmutzbildende Stoffe. Bei regelmäßiger Pflege sind Wasser, Schwamm und gegebenenfalls ein wenig Spülmittel vollkommen ausreichend.
Selbst wenn sich hartnäckiger Schmutz auf der Oberfläche festgesetzt haben sollte, darf man auf keinen Fall scheuermittelhaltige Reiniger verwenden. Hierbei sollte man auf den alt bewährten Essigreiniger zurückgreifen.
Möchte man Dekorfliesen mit Edelmetallauflagen reinigen, dann sollte dies ausschließlich mit Wasser und Spülmittel geschehen, so dass auf der empfindliche Metallauflage keine Kratzer entstehen. Dementsprechend ist bereits bei der Verfugung darauf zu achten, dass quarzmehlfreie Fugenfüller verwendet werden, damit kleine Quarzpartikel, die sich aus den Fugen lösen können, nicht die Glasur der Fliesen verkratzen.
2. Steinzeugfliesen, glasiert:
Etwas problematischer sind glasierte Steinzeugfliesen. Die Lösung für dieses Problem ist der Fliesenreiniger INOLT, der sowohl für die Erstreinigung als auch für die laufende Pflege und für den hartnäckigsten Schmutz geeignet ist. Der Aktivpulver entfernt gründlich starke Verunreinigungen von der Fliese. INOLIT enthält keine quarzhaltigen Scheuermittel, keine Flusssäure oder deren Verbindungen.
Allerdings sollte man vorsichtig bei Marmor, Kalkstein, Kunststein und säureempfindlichen Glasuren sowie Emaille, brillant glänzenden und polierten Oberflächen sein. Bei diesen Materialien sollte INOLIT nicht verwendet werden.
3. Steinzeugfliesen, unglasiert:
Öle, Fette und farbige Flüssigkeiten hinterlassen auf unglasierten Steinzeugfliesen bleibende Spuren. Das ist materialbedingt und stellt die einzige Einschränkung bei den Gebrauchseigenschaften dieses Belags dar. Eine Flecksicherheit ist hier von der Norm nicht gefordert.
Einige Hersteller bieten daher schon keramisch versiegelte, unglasierte Bodenfliesen an, deren Oberflächen in einem speziellen Verfahren bei der Herstellung so dicht werden, dass sie dauerhaft fleckunempfindlich sind. Bei polierten, unglasierten Fliesen wird beim Polierverfahren die keramische Versiegelung entfernt, womit die Fleckunempfindlichkeit wieder aufgehoben wird.
Seien Sie bitte auch vorsichtig bei unglasierten Fliesen mit Schmierseifen, da sie sich in die Poren drängen und so auch einen schmutzbindenden Film auf den Fliesen hinterlassen. Fliesenhersteller geben daher auf der Verpackung bezüglich der Pflege der Fliese Hinweise, die man unbedingt beachten sollte.
Qualität
Im generellen werden bei Fliesen drei Qualitätsstufen unterschieden: 1. Wahl, 2. Wahl und 3. Wahl.
Bei erste Wahl Fliesen handelt es sich um Fliesen ohne optische Mängel. Des weiteren leigen diese Fliesen innerhalb der entsprechenden DIN Norm.
Fliesen der zweiten Wahl haben meist leichte optische Fehler. Typisch sind hierbei kleine Glasurstiche oder dunkle oder helle Punkte.
Dritte Wahl Fliesen sind auf dem deutschen Markt eigentlich gar nicht zu finden hier haben die Fliesen grobe optische und teilweise technische Mängel wie abgeplatzte Ecken ungeradet Kanten, Glasurfehlstellen.
Quarzsand
Spielt teilweise bei der Verlegung eine Rolle, z.b. zum abmagern von Ausgleichsmasse.
Reaktionsharz
Reaktionsharz entsteht durch eine chemische Reaktion durch erhärteten, meist zwei-komponentigen Klebstoff und wird verwendet zur Verlegung oder Verfugung von Fliesen.
Reinigung
Bei der Reinigung sollte man in Grundreinigung und Pflegereinigung unterscheiden:
Grundreinigung:
Die Grundreinigung sollte nach dem Abschluss der Verlegearbeiten zur Leistung des Fliesenlegers gehören und dient somit der Entfernung von Bauschmutz sowie eventuell vorhandener Zementschleier.
Pflegereinigung:
Mit der Pflegereinigung meint man die laufende Reinigung durch Kehren, Absaugen, oder feuchtes Aufwischen unter Verwendung von haushaltsüblichen Reinigungsmittel.
Rohling
Ein Rohling ist ein keramisches Halbfabrikat nach der Formgebung in noch nicht gebranntem Zustand.
Rondecschiene
Ist ebenso wie die Jollyschiene eine Fliesenabschlußleiste nur in runder Ausführung.
Rutschhemmende Fliesen
Bei rutschhemmenden Fliesen handelt es sich um Spezialfliesen mit unterschiedlich stark profilierter oder rauer Oberfläche zur Erzielung rutsch hemmender Eigenschaften eines Belages. Die Versicherung schreiben rutsch hemmende Fliesen für Fußböden in Arbeitsräumen und -bereichen mit erhöhter Rutschgefahr sowie für Barfußbereiche vor. Die dort verwendeten Fliesen müssen den vorgeschriebenen Grad der Rutschhemmung aufweisen. Die Klassierung erfolgt von R9 bis R13 wobei R13 die höchste Rutschhemmungstufe darstellt.
Sanitärfuge
Überall, wo im Bad oder in der Küche Fliesen an gefliesten oder anderweitig wasserabweisend beschichteten Wände anschließen, entstehen Sanitärfugen. Dort sammeln sich Tropf- und Spritzwasser, Seifenreste und Staub ständig ab. Dadurch entsteht in diesen Bereichten eine schlecht sauber zuhaltende Schmutzzone. Daher sollte man in diesen Bereichen Sanitärfugen dauerelastisch mit zur Sanitär und/oder Fliesenfarbe passendem Sanitärfugendichter versiegeln.
Sanitärfugendichter
In Bädern als auch in Küchen gibt es viele Anschluss- oder Dehnungsfugen, die einer dauerelastischen Versiegelung bedürfen. Daher gibt es Sanitärfugendichter, die sowohl transparent als auch in den gängigen Sanitärfarben einsetzbar sind. Hochwertige Massen sind auf Silikon-Kautschuk-Basis aufgebaut und zeichnen sich durch hohe, dauerhafte Elastizität und Farbtreue aus. Es gibt auch Materialien, die sowohl fungizid als auch bakterizid ausgestattet sind. Diese Silikone eignen sich hervorragend für schlecht belüftete und daher oft länger feucht bleibende Ecken.
Scheinfuge
Eine Scheinfuge ist in die keramische Fliese gepresstes Basrelief, das optisch wie eine Fuge wirkt.
Scherben
Scherben sind gebrannter Fliesenkörper ohne Glasur.
Sortierung
Bevor man die Fliesen im Handel kaufen kann, werden sie einer Qualitätskontrolle und Sortierung unterzogen. Selbst bei nur kleinen Mängeln werden die Fliesen dann als Mindersortierung oder 2. Wahl verkauft.
Steingutfliesen
Die klassische Badezimmerfliese ist aus Steingut. Von den Herstellern wird durch ein Fußsymbol hervorgehoben, dass sich diese Fliese besonders als Bodenfliese eignet.
Steingutfliesen haben einen verhältnismäßig weichen weißen, gelblichen oder auch rötlichen Scherben und sind recht leicht zu bearbeiten. Steingutfliesen werden üblicherweise trocken gepresst und bei Temperaturen über 1000°C gebrannt.
Durch die porösen Scherben nimmt sie relativ stark Wasser auf. Daher sind Steingutfliesen auch nicht dazu geeignet im Freien verlegt zu werden, da das aufgenommene Wasser die Fliese bei Frost sprengen würde. Daher wird sich hauptsächlich im Innenbereich verlegt.
Steingutfliesen sind altbewährt einsetzbar für die Wand in Küche und Bad. Außerdem kann man sie auch ohne bedenken im Nassbereich von Innenräumen einsetzten, da ihre Oberfläche durch eine Glasur versiegelt ist und somit über die Fliesenkanten und die Unterseite bei der Innenverlegung nur wenig Wasser aufgenommen werden kann. Leider ist ihre Glasur relativ weich und somit mechanisch nicht belastbar. Daher eignen sich Steingutfliesen als Bodenfliesen nur für barfuß oder mit weich besohltem Schuhwerk begangene Flächen im Privatbad.
Sind Steingutfliesen bodengeeignete, sind sie normalerweise durch ein Fußsymbol gekennzeichnet.
Steinzeugfliesen
Das Angebot an Steinzeugfliesen ist wesentlich umfangreicher als dies bei Steingutfliesen. Es reicht von unterschiedlichem Formen vom klassischen Quadrat über das Rechteck bis zu Sechs- und Achtecken. Aufeinander abgestimmte Formate erlauben dabei häufig interessante Formatkombinationen.
Äußerst interessant sind auch Formatkombinationen, wenn ganze Geschoßflächen farblich gleichmäßig gefliest werden, die Böden der einzelnen Räume sich aber dennoch durch das Fugenbild unterscheiden sollen. Da es sich bei Steinzeug um frostbeständiges Material handelt, kann man einen Belag auch auf der Terrasse fortsetzen.
Terracotta / Tonfliese
Bei Terracotta handelt es sich um eine unglasierte, ziegelfarbene keramische Fliesen mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Terracottafliesen werden Vorzugsweise als Bodenfliesen in Räumen mit rustikalem Charakter verwendet. Damit sie einigen Anforderungen stand halten können, müssen sie zuvor speziell behandelt werden. Wie man Terracotta am besten zuvor behandelt findet man auf den Verpackungen der Hersteller.
Temperaturbeständigkeit
Sowohl Steingutfliesen als auch Steinzeugfliesen müssen gemäß der DIN EN 104 Beständigkeit gegen Temperaturveränderungen sein.
Toleranzen
Da Fliesen und Platten aus natürlichen Rohstoffen bestehen, weisen sie natürlich material- und herstellungsbedingte Toleranzen auf.
Treppenauftritt / Treppenfliese
Treppenfliesen sollten eine besonders rutschhemmende Wirkung haben. Daher sind sie oftmals mit Rillen verstärkt, um eine Rutschsicherheit zu gewährleisten.
Unglasiert
Unglasierte Fliesen sind meist dicht gesinterte Fliesen, die ohne Glasur auskommen und trotzdem sehr strapazierfähig sind. Die unglasierten Fliesen sind in ihrer Gesamtstärke aus einheitlichem Material und für gewöhnlich weder mit Dekoren noch mit Mustern geschmückt. Neuerdings werden wieder von einigen Werken unglasierte Fliesen mit Dekoren nach alten Vorlagen hergestellt.
Untergründe
Grundsätzlich gibt es für die Verlegung von Fliesen keine Hindernisse. Egal, ob man auf Estrich, Beton, Holzdielen, Spanplatten oder alte Fliesen fliesen möchte, Hauptsache ist, es dass es sich um einen ebenen, tragfähigen Untergrund handelt, der keine Risse aufweist. Zudem sollte der Untergrund frei von Materialien sein, die die Haftung des Klebers beeinträchtigen, wie z. B. Fett, Staub, Ausblühungen und andere lose Bestandteile.
Möchte man im Bad Fliesen verlegen, muss man besonders darauf achten, dass der Nassraum abgedichtet wird. Hierzu gibt es spezielle Abdicht-Anstriche, die man mehrmals zuvor auf den Untergrund aufträgt. Zudem klebt man in die Ecken von Dusche und Badewanne ein spezielles Abdichtband.
Außerdem sollte man zuvor alte Anstriche entfernen, Unebenheiten verspachteln oder mit selbstverlaufender Spachtelmasse ausgleichen. Bitte achten Sie auch auf stark saugende Untergründe, die die Haftung des Klebers herabsetzen können. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie vor dem Fliesen eine Grundierung auftragen. Zusätzlich sollten in Nassbereichen im Bad wasserdichte Absperrung eingearbeitet werden. Hiefür können sie beim Fliesenfachmarkt aber auch im Baumarkt spezielle Abdichtanstrich-Systeme finden.
UPEC
Bei UPEC spricht man von einer Französische Norm zur Klassifizierung keramischer Bodenfliesen nach Gebrauchseigenschaften, die nur für den französischen Markt Gültigkeit hat.
Verfugung
Hat man endlich alle Fliesen verlegt füllt man anschließend die Fliesenzwischenräume mit Fugenmörtel. Hierbei ist die Wahl der Fugenfarbe von entscheidender bedeutung für das Gesamterscheinungsbild des gefliesten Bereiches. Der Fugenmörtel auf dem Fußboden sollte möglichst dunkel gehalten werden, da diese Fugen für Verschmutzung besonders anfällig sind. Das fugenbild der Wandfliesen sollte hingegen heller als die Wandfliese selbst gewählt werden, damit das Fugengitter nicht dominiert. Im Außenbereich und auf Fußbodenheizung ist auf die Verwendung von Flexfugenmörtel zu achten.
Verlegeplan
Erstellt man sich vor Beginn der Fliesenarbeiten eine Verlegeplan, kann man ganz genau die nötigen Fliesenmengen, sprich m² ermitteln und auch die Art der Verlegung festlegen.
Wandfliese
Wenn man möchte kann man alle Fliesen als Wandfliesen verwenden, sofern es die Anwendung sowie der gute Geschmack zulassen. Im Allgemeinen haben Wandfliesen eine weniger Abriebresistente Glasur als Bodenfliesen. Wandfliesen sind meist im Rechteckformat vertreten und haben eine Vielzahl von unterschiedlichen Formatvarianten. Als Standardformat gilt noch heute die 20 x 25 cm Wandfliese, wobei das Format 25x33 ständig an Bedeutung gewinnt. Auch Große Formate ab 33x45 sowie Mosaike erfreuen sich bei der Wandgestaltung zunehmender Beliebtheit.
Wasseraufnahme
Die Wasseraufnahme ist ein wichtiges Maß für die Bestimmung der offenen Porosität eines keramischen Erzeugnisses. Bei Steingutfliesen liegt die Wasseraufnahme des keramischen Scherbens bei weniger als 3 %.
Weichstoff
Hauptgruppe der Rohstoffe zur Herstellung von Keramik. Dazu gehören Tone und Kaoline.
Zementschleier
Hat man Fliese frisch verlegt und verfugt bleibt oftmals eine feine, unschöne Schicht zurück, der Zementschleier. Glücklicherweise gibt es unzählige Mittelchen, um diesen zu entfernen. Bei glasierten Fliesen ist es meist einfacher den Zementschleier zu entfernen. Oftmals reicht schon ein leichtes Nachwischen mit Essigwasser. Wir empfhen hier die Produkte von Hot Rega. Mit Renewal II einem umweltschonenden stark konzentrierten Zementschleierentferner geht die Entfernung kinderleicht.
Zementschleierentferner
Wie bereits oben erwähnt, ist es sehr hilfreich bei Bodenfliesen und Fliesen mit unglasierter beziehungsweise reliefierter Oberfläche Zementschleierentferner zu benutzen. Dieser löst Zementschleier, darüber hinaus auch Mörtelreste und Kalkausblühungen. Natürlich sind auch umweltfreundliche Produkte, die salz- und flusssäurefrei sind daher auch keine Chromteile angreifen auf dem Markt. Daher brauch man keine Demontage bzw. komplette Einhüllung in Folie vornehmen. Zementschleierentferner werden in vorgeschriebenen Mischungsverhältnissen mit Wasser verdünnt und mit einem Schrubber oder einer Bürsten aufgetragen. Kräftiges Bürsten löst somit auch hartnäckige Rückstände.
Anschließend sollte man mit klarem Wasser nach waschen. Zementschleierentferner lassen sich auch problemlos zur Entfernung von Kalkablagerungen aus hartem Wasser auf Fliesen, in Badewannen und Waschbecken oder an Armaturen verwenden.
Zweibrand
Nachdem die Rohlinge gebrannt wurden, wird die Fliese glasiert, dekoriert und nochmals gebrannt, wobei sie anschließend unveränderbar bleibt. Die Fliesen werden auch Bicottura genannt (aus dem Italienischen).