Fliesen auf Treppenkonstruktionen im Außenbereich

Denkt man an Fliesen- und Natursteinbeläge in Außenbereichen, so verbindet man damit zunächst  einmal Terrassen- und Balkonaufbauten. Diese Flächen gelten als die am stärksten beanspruchten Belagskonstruktionen und erfordern somit für ein schadenfreies Bauen ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung des Planers und Verlegers. Dabei wird ein Bereich der hochbelastbaren Außenbeläge oft vernachlässigt: Außentreppen! Dabei sind diese beiden Bereiche in vielerlei Hinsicht vergleichbar. Beide, Terrassen und Balkonaufbauten wie auch Außentreppen, haben die natürlichen Witterungseinflüsse zum „Feind“. Sonne und Wind, Regen und Schnee bringen in beiden Fällen unentwegt enorme Beanspruchungen in die Konstruktion ein. Gegenüber den Balkonen ergeben sich bei Außentreppen zusätzlich erhöhte Ansprüche an die Verlegung. Der Grund liegt in den Kombinationen aus senkrechten und waagerechten Flächen sowie den zum Teil sehr komplexen Grundrissen. All dies macht die Verlegung von Fliesen und Natursteinbelägen auf Treppenkonstruktionen im Außenbereich „zu einer Wissenschaft für sich“.

Ein stressiger Tag!

Sehen wir uns einmal den – im wahrsten Sinne des Wortes – sehr stressigen Tagesablauf eines Außenbelages an: Nach einer kalten Frühjahrsnacht, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, zeigt sich am Vormittag die Sonne und erwärmt den Belag. Die Erwärmung des Belages führt zu einer Längenänderung des Materials, während in tiefer liegenden Schichten noch die Kälte der Nacht gespeichert ist. Dies hat starke Spannungen in der Konstruktion zur Folge, welche durch den ausgewählten Aufbau abzufangen sind. Einsetzender Regen am Nachmittag führt zu einer schlagartigen Abkühlung und somit zu einer Umkehr des Prozesses mit erneuten Spannungen. Zudem dringt das Regenwasser zu einem gewissen Teil durch die Fugen des Belages in die Konstruktion ein und kann mangels behaftete Systeme schwächen oder sogar zerstören. Und last but not least ist es gefrierendes Wasser und die damit einhergehenden Frost-Tau-Wechsel in den Wintermonaten, welche den „Druck“ nochmals erhöhen, der auf der Konstruktion lastet. Trotz dieser extremen Beanspruchungen sind schadensfreie, optisch hochwertige und ansprechende Außentreppen mit Fliesen und Natursteinbelägen realisierbar, sofern man einige wichtige Grundregeln beachtet. Schließlich sind Außentreppen nicht nur eine Visitenkarte des Bauherren, der gerade den Eingangsbereich von Häusern oder Verwaltungsgebäuden optisch hochwertig gestalten will. Gleichermaßen handelt es sich dabei auch um ein Aushängeschild des Verlegers, welcher mit seinem verlegetechnischen Fachwissen und der richtigen Auswahl der Produktsysteme über den richtigen „Auf oder Abstieg“ entscheidet.

 

Die grundlegenden Konstruktionen im Überblick

Rein sachlich betrachtet, ist eine Außentreppe nichts anderes, als ein „gefalteter“, sich mit senkrechten und waagerechten Bereichen abwechselnder Außenbelag, welcher somit direkt mit Balkonen und Terrassen vergleichbar ist. Dabei gibt es bei Außentreppen verschiedene Grundtypen:

1. Beläge auf frei auskragenden Treppen aus Stahlbeton oder Stahl;

2. Beläge auf erdberührten Treppen aus Stahlbeton oder Dränbeton;

3. Beläge auf unterkellerten Treppen aus Stahlbeton.

Bei Stahlbetontreppen über beheizten bzw. bewohnten Räumen müssen zusätzlich eine Dampfsperre, eine Wärmedämmung sowie die Dachabdichtung vorhanden sein, wie es bei Dachterrassen bekannt ist. Auf diesen Flächen können keine Verbundkonstruktionen realisiert werden. Im Zuge der Planung und Ausführung sind als einschlägige Regelwerke das ZDB-Merkblatt „Außenbeläge“ zu nennen, sowie die Entwurfsfassung „Außentreppen“. Für die Verlegung von Natursteinen gibt der Deutsche Naturstein Verband (DNV) in den gleichnamigen Merkblättern wichtige Hinweise. Die DIN 18 195, sowie gegebenenfalls die WU-Beton- und die Flachdachrichtlinie sind ebenfalls zu berücksichtigen. Gleiches gilt auch für die allgemeinen Hinweise zu Treppen aus der DIN 18 065.

 

Die entscheidende Frage: Was macht das Wasser?

Zur Vermeidung von Schäden sind der Feuchteschutz und die damit verbundenen Abdichtungen in besonderem Maße zu beachten. Unterschieden wird zwischen der direkten und indirekten Entwässerungsebene: Das Regenwasser trifft zunächst auf die Belagsoberfläche und sollte dort schnellstmöglich abgeführt werden, um den Anteil an Wasser, welcher in die Konstruktion eindringt, möglichst gering zu halten. Zudem reduziert stehendes Wasser auf der Oberfläche die Reibung des Belages, was zu Unfällen durch Ausrutschen führen kann, da die Trittsicherheit nicht gewährleistet ist. Pfützenbildungen sollten im Außenbereich grundsätzlich vermieden werden, auch um die Gefahr von Eisbildung auf der Belagsoberfläche zu minimieren. In die Konstruktion eindringendes Wasser muss durch eine Abdichtungsebene unterhalb des Belages vor weiterem Einwandern in die Unterkonstruktion geschützt sein. Um das Wasser zielsicher abführen zu können ist eine sinnvolle Neigung des Belages (je nach Rauheit des Belagsmaterials) und der Abdichtung von mindestens 1,5 % erforderlich. Da das Gefälle in der Regel nicht im Rohbeton vorhanden ist und zudem Toleranzen im Rohbau auszugleichen sind, kann mit dem schnell erhärtenden Sopro AusgleichsMörtel Trass eine Spachtelung in Schichtdicken bis 30 mm hergestellt werden. Die Verarbeitung erfolgt frisch-in-frisch in Sopro Haftemulsion. Den Schutz der Rohkonstruktion erreicht man zielsicher durch moderne Verbundabdichtungssysteme wie der Sopro TurboDichtSchlämme oder der Sopro Abdichtungs- und Entkopplungsbahn plus. Auf diesen Abdichtungsprodukten ist eine direkte Verklebung von Fliesen und Natursteinen im Dünnbett möglich. Ihre Vorteile spielt die zementäre und schnell erhärtende Sopro TurboDichtSchlämme aufgrund der flüssig zu verarbeitenden Konsistenz speziell in verwinkelten und verspringenden Bereichen aus. Der Auftrag der Abdichtung erfolgt in zwei Arbeitsgängen bei einer einzuhaltenden Gesamttrockenschichtdicke von mind. 2,0 mm. Bei kritischen Untergründen, welche eine Spannungsentkopplung benötigen und auch bei großformatigen Platten (Format größer 50x50 cm), weist die Sopro Abdichtungs-und Entkopplungsbahn plus Vorteile beim Abbau von Spannungen auf. Sie wird z. B. vollsatt mit Sopro megaFlex S2 auf dem Untergrund verklebt. Anschließend werden die Stöße mit Sopro AEB Dichtband und Sopro Racofix® Montagekleber wasserdicht überarbeitet. Die Anordnung von Verbundabdichtungen findet sich überwiegend bei Belägen auf frei auskragenden Treppen aus Stahlbeton oder Stahl. Während der Stahlbeton durch die Abdichtung zu schützen ist, können diese Maßnahmen bei reinen Stahlkonstruktionen meist entfallen. Hier werden die Fliesen mit dem hochflexiblen Sopro PU-Kleber direkt auf dem fettfrei gereinigten Stahl verlegt. Bei kritischen Untergründen, welche eine Spannungsentkopplung benötigen und auch bei großformatigen Platten

(Format größer 50x50 cm), weist die Sopro Abdichtungs-und Entkopplungsbahn plus Vorteile beim Abbau von Spannungen auf. Sie wird z. B. vollsatt mit Sopro megaFlex S2 auf dem Untergrund verklebt. Anschließend werden die Stöße mit Sopro AEB Dichtband und Sopro Racofix® Montagekleber wasserdicht überarbeitet. Die Anordnung von Verbundabdichtungen findet sich überwiegend bei Belägen auf frei auskragenden Treppen aus Stahlbeton oder Stahl. Während der Stahlbeton durch die Abdichtung zu schützen ist, können diese Maßnahmen bei reinen Stahlkonstruktionen meist entfallen. Hier werden die Fliesen mit dem hochflexiblen Sopro PU-Kleber direkt auf dem fettfrei gereinigten Stahl verlegt Anlass zum Ärger entsteht häufi g an sichtbaren Treppenwangen. Hier kann Wasser unterhalb des Belages austreten und dabei Ausblühungen und unschöne Feuchtigkeitsspuren verursachen. Abhilfe gegen derartige Ärgernisse schaffen seitliche Aufkantungen (Mörtel, Styrodur etc.) auf der Rohkonstruktion, welche mit der Abdichtung überarbeitet werden und somit austretendes Wasser an diesen Stellen zielsicher unterbinden. Seitlich an die Treppe angrenzende Wandanschlüsse erfordern eine andere Vorgehensweise. Um Feuchtehinterwanderungen der Abdichtung an diesen Stellen zu vermeiden, muss die Abdichtung an den aufgehenden Bauteilen hoch geführt werden. Aus der DIN 18 195 heraus werden hier 15 cm über dem Fertigbelag in Standardausführungen als sinnvoll angesehen. Ein wichtiger Punkt sind dabei die potentiell unterschiedlichen Bewegungen zwischen Treppe und aufgehender Wand, welche in der Abdichtungsebene mit dem flexiblen Sopro Dichtband bzw. den entsprechenden Sopro Dichtecken übernommen werden. Insbesondere bei nicht mit dem eigentlichen Rohbau verbundenen Kellertreppen können beispielsweise Setzungen erhebliche Bewegungen zwischen diesen Bauteilen hervorrufen. Die im Sockelbereich nach oben gezogene Abdichtung wird mit einer Sockelfliese geschützt, die Übergänge zum Treppenbelag müssen dabei zwängungsfrei sein und werden elastisch mit Sopro KeramikSilicon bzw. Sopro MarmorSilicon (bei Natursteinen) geschlossen. Bereits bei der Planung ist die Montage von ggf. erforderlichen Handläufen zu beachten. Diese sind vorzugsweise seitlich an der Treppenwange zu befestigen, um auf diese Weise Durchdringungen der Abdichtungen und Aussparungen im Oberbelag zu vermeiden.

 

Verlegung im Dünnbett – sicher und effizient

Dünnbettkleber und Verbundabdichtungen müssen als System geprüft sein, um u. a. Materialverträglichkeiten zwischen den Produkten und dem Haftverbund des Systemaufbaus und dessen Funktion sicher zu stellen. Die mit den genannten Verbundabdichtungen im System geprüften und speziell für den Außenbereich entwickelten, hochflexiblen Dünnbettkleber Sopro megaFlex S2 und Sopro megaFlex S2 turbo ermöglichen eine sichere Verlegung von Setz und Trittstufen im Außenbereich. Durch die Dünnbettverlegung mit einem Klebebett von 2 – 5 mm sind dabei sehr geringe Aufbauhöhen realisierbar. Dabei wird es durch die DIN 18 157 zu Recht gefordert, im Außenbereich eine weitestgehend hohlraumfreie Bettung sicher zu stellen. Dies wird im waagerechten Bereich durch die Fließbettkonsistenz des Sopro mega Flex S2 und Sopro megaFlex S2 turbo sichergestellt. Setzstufen und Formate über 60 cm Kantenlänge erfordern eine rückseitige Kontaktschicht. Empfindliche, kalibrierte Natursteinplatten, deren Dicke mindestens 30 mm betragen sollte, können zum Beispiel mit Sopro MarmorFlexKleber im ButteringFloating Verfahren verlegt werden.

 

Verlegung mit Drainagemörtel – gängige Verlegung für Natursteine

Als Unterbau für erdberührte Treppenfliesen werden häufig Stahlbeton und Drainbeton Konstruktionen angetroffen. Handelt es sich um einen Stahlbetonunterbau, sind auch hier Verbundabdichtungssysteme einzusetzen, während oberhalb eines Drainbetons mit drainagefähigen Mörteln gearbeitet werden muss. Grobkornmörtel wie der Sopro DrainageMörtel bieten das Handling eines Dickbettmörtels und damit auch die Möglichkeit, Natursteine mit unterschiedlichen Dicken sowie schwere Blockstufen zu versetzen. Sie verfügen jedoch gegenüber den Dickbettmörtel über eine offenere Struktur und sind wasserdurchlässig. Eindringendes Wasser kann so im Mörtel abgeführt und an Tropfkanten oder Gefälletiefpunkten entwässert werden. Um den Haftverbund zur Plattenrückseite und zum Untergrund (Drainbeton oder Verbundabdichtung) zu erhalten, wird als Haftvermittler die Sopro HaftSchlämme Flex bzw. die Sopro MamorSchlämme vollflächig aufgebracht. Ein nicht vollflächiger Auftrag und eine nicht ausreichend vollflächige Bettung können in der Natursteinoberfläche zu unterschiedlichen Wasserhaushalten führen und somit optische Mängel hervorrufen. Aufwändiger wird die Verlegung von Belägen auf Treppen über bewohnten Räumen. Hier ist die Treppe zunächst durch den Dachdecker mit einem druckstabilen Flachdachaufbau mit Dampfsperre, Dämmung und Dachabdichtung zu versehen. Auf klassischen Dachabdichtungen ist eine unmittelbare Fliesenverlegung im Verbund jedoch nicht durchführbar – stattdessen muss eine lastverteilende Platte auf der Dachabdichtung angeordnet werden, welche aus einem zementären Estrichmörtel oder dem wasserdurchlässigen Sopro DrainageMörtel ausgebildet werden kann. Auf diesem Untergrund erfolgt der zuvor beschriebene Aufbau.

Fazit
Aufstiege sind mitunter mühsam, aber letztendlich lohnenswert. Richtig geplant und ausgeführt, sind auch bei Treppen im Außenbereich langlebige, pflegeleichte und sehr ästhetische Konstruktionen möglich. Man sollte jedoch stets bedenken, dass Außentreppen hoch beanspruchte Bauteile sind, bei denen keine verlegetechnischen Kompromisse gemacht werden dürfen. Aufgrund des technischen Anspruches stellen Außentreppen zudem wichtige Referenzen für Fachbetriebe dar.

Quelle: Sopro Bauchemie
Autor: Sebastian Kammerer, Dipl.Bauingenieur (FH)
Objektberater der Sopro Bauchemie GmbH, Wiesbaden; bautechnische Beratung und Großobjektmanagement

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