Sichere Verlegung großformatiger Platten

 

Ob in Ausstellungen oder auf Messen: Er ist nicht zu übersehen – der Trend hin zu großformatigen Platten. Bei vielen Bauherren stehen sie als Wunschbelag ganz oben auf der Liste. Für den Verlegebetrieb bedeutet dies eine neue, interessante Herausforderung, die es allerdings mit Überlegung anzunehmen gilt, um im Laufe der Baumaßnahme keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Vor allem muss der Verleger schon in der Planung bzw. in der Angebotsphase eine ganze Reihe von Positionen berücksichtigen und einkalkulieren, die für eine fachgerechte Großformatverlegung notwendig sind.    

In der Praxis bedeutet dies, dass eine Großformatplatte in der Regel nicht problemlos auf den vorzufindenden Estrich- und Putzflächen verlegt werden kann, obwohl die Vorgewerke die vorgegebenen Maßtoleranzen nach DIN 18 202 eingehalten haben. Dies ist darin begründet, dass selbst die erhöhten Anforderungen nach DIN 18 202 für die Erstellung von Oberflächen nicht ausreichend sind, um eine Großformatplatte im Dünnbettverfahren ohne Vorarbeiten zu verlegen. Aufgrund der Problematik wird es in der neuen DIN 18 157 diesbezüglich einen entsprechenden Verfahrenshinweis geben. Für den Verleger bedeutet dies, dass er in seiner Kalkulation auf jeden Fall eine Position „Ausgleichen/Spachteln“ berücksichtigen muss.

Auszug aus dem Entwurf der DIN 18 157

5 Ansetz- und Verlegeflächen

5.1 Allgemeine Anforderungen 

„Die Maßgenauigkeit der Ansetz- und Verlegeflächen soll der fertigen Bekleidungsfläche entsprechen. Größere Maßungenauigkeiten sind vorher auszugleichen. Für die Beurteilung der Maßgenauigkeit gilt DIN 18 202 – Tabelle 2 „Winkelabweichungen“ und Tabelle 3 „Ebenheitsabweichungen“ Zeile 3 „Flächenfertige Boden“ oder Zeile 6 „Flächenfertige Wände“.

Verlegeuntergründe mit nach DIN 18 202 zulässigen Ebenheitstoleranzen können bei der Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten und Mosaiken eine zusätzliche Spachtelung oder die Verlegung im Mittelbettverfahren erforderlich machen.
Stoffe für Ausgleichsschichten müssen auf den Untergrund und auf den Dünnbettmörtel abgestimmt sein und am Untergrund gut haften. Eine Grundierung kann erforderlich sein.“
Maßnahmen vor der Verlegung

Um eine planebene, gefällelose Bodenfläche mit einem relativ geringen Aufwand zu erstellen, ist Sopro FliesSpachtel FS 15 plus, ein selbstverlaufender, spannungsarmer, schnellerhartender Nivellierspachtel, die ideale Lösung. Sind Gefälleflächen oder Wände auszugleichen, ist Sopro AusgleichsMörtelTrass oder Sopro SpachtelMörtel leicht einzusetzen. Im Bodenbereich sind es in der Regel unterschiedliche Estrichkonstruktionen, auf welchen der Belag verlegt wird. Hier gilt es, im Vorfeld die Belegereife des Estrichs zu ermitteln. Dazu ist es notwendig, die Restfeuchte des Estrichs mit einem CM-Gerät festzustellen. Bei Zementestrichen ist eine Restfeuchte von 2 % und bei calciumsulfatgebundenen Estrichen von 0,5 % (unbeheizt) bzw. 0,3 % (beheizt) einzuhalten. Weiterhin sind entsprechend die Oberflächenfestigkeit, die Feldgrößen, die Bewegungsfugenausbildung etc. aufzunehmen, auszuwerten und festzuhalten und zu entscheiden, ob eine Verlegung bedenkenlos möglich ist. Vor allem dann, wenn die Großformatverlegung auf einem calciumsulfatgebundenen Estrich duchgeführt werden soll, ist Vorsicht geboten. Diese Maßnahme sollte bereits ab einem Plattenformat von 40x40 cm berücksichtigt werden. Für diesen Arbeitsgang ist Sopro Epoxi-Grundierung zu verwendenn, welche im frischen Zustand mit Sopro Quarzsand abgesandet wird. Für alle anderen saugenden Untergrunde ist Sopro Grundierung bzw. für alle nichtsaugenden Untergrunde Sopro HaftPrimer S zu verwenden.

Aufgrund des sehr geringen Fugenanteils und der in der Regel sehr dichten Belagsmaterialien (Feinsteinzeug) können sich Haftverbundschaden speziell im Zusammenhang mit Großformatplatten häufen. Eine Erklärung hierfür ist, dass die Feuchte aus dem Verlegemörtel nicht so schnell wie gewünscht und notwendig aus der Konstruktion herausdiffundieren kann, so dass sich in der oberen Zone des calciumsulfatgebundenen Estrichs eine Rückdurchfeuchtung einstellt, welche die Oberflächenfestigkeit des Estrichs negativ beeinflusst. Kommt es nun zum Beispiel zu temperaturbedingten Spannungen, ist ein Abscheren des Belags in dieser geschwächten Zone leicht möglich. Daher ist es sehr vorteilhaft, calciumsulfatgebundene Estriche, welche mit einer Großformatplatte belegt werden sollen, im Vorfeld mit einer Reaktionsharzgrundierung abzusperren.
 
Vor der Verlegung der Großformatplatten ist der Estrich mit dem CM-Gerät auf seine Restfeuchte zu überprüfen.

Auszug aus dem Entwurf der DIN 18157

5 Ansetz- und Verlegeflächen

5.2.12 Calciumsulfat Estriche (CA)

„Calciumsulfat Estriche müssen DIN 18 560 und sollten mindestens der Festigkeitsklasse CA C 25 – F4 nach DIN EN 13 813 entsprechen. Sie müssen in feuchtigkeitsbeanspruchten Bereichen geschützt werden. Eine Grundierung der Verlegeflächen ist erforderlich. Bei beheizten Calciumsulfat Estrichen ist die Belegereife bei einer Restfeuchte = 0,3 CM %, bei unbeheizten bei einer Restfeuchte = 0,5 CM % gegeben. Bei der Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten ist die Oberfläche des Calciumsulfat Estrichs vor eindringender Feuchtigkeit aus dem Dünnbettmörtel zu schützen.“

 

Wahl des Verlegemörtels

In Abhängigkeit vom eingesetzten Belagsmaterial ist dann der geeignete Verlegemörtel zu wählen. Generell sind die Beläge in drei Gruppen einteilbar:

•Keramik (Feinsteinzeug, Steingut, Steinzeug)

•Natursteinwerk

•künstlich hergestellte Platten (kunstharzgebunden ect.)

Wurde der Untergrund - wie zuvor beschrieben - ausgeglichen, ist eine Verlegung der Platten im Dünnbettverfahren mit Sopro VarioFlex, welche auch wahlweise mit der Mittelbettkelle aufgekämmt werden kann, verlegbar.
    
Für Wandflächen ist auf Grund seiner hohen Standfestigkeit Sopros´s No. 1 zu bevorzugen. Grundsätzlich gilt, dass Großformatplatten vor dem Verlegen in das Kleberbett mit einer rückseitig aufgebrachten Kontaktspachtelung zu versehen sind. Dies ist besonders bei stark profilierter Plattenruckseite wichtig.

Fliesen24 empfielt für die Verlegung von großen Fliesen die Verwendung des FPS Fliesen-Plan-System. Mit diesem Fliesen Nivelliersystem können Fliesen perfekt plan verlegt werden. Zur Herstellerseite .

Künstlich hergestellte Platten neigen während des Verlegeprozesses zum Schüsseln. Hier ist eine individuelle Beratung der Sopro Anwendungstechnik empfehlenswert, um nach einer Verschüsselungsprüfung eine gezielte Verlegeempfehlung zu erhalten. Bestens hat sich in vielen Fallen immer wieder der SoproDurR HF-K Flexkleber hochfest bewährt.

Fällt die Wahl auf Betonwerkstein, ist zusätzlich zum möglichen Verschüsseln das Alter der Platte zu berücksichtigen. Wird sie zu jung / frisch eingebaut, kann es aufgrund des Schwindprozesses zu partiellen Hohllagenbildungen sowie zu Fugenflankenabrissen kommen.

Werden großformatige Natursteinplatten verlegt, ist im Bodenbereich Sopro VarioFlex Marmor alternativ Sopro Mittel-DickbettMörtel grau und weiß bzw. Sopro MarmorFlexKleber fur die Wandflächen (Wandfliesen) zu verwenden. Sollen sehr dicke, schwere Großformatplatten (Naturwerkstein, Betonwerkstein etc.) großflächig verlegt werden, ist in der Regel eine Mörtelbettdicke auf der Estrichkonstruktion von 10 – 20/25 mm erforderlich, um alle Platten plan eben verlegen zu können.

Für diese Verlegung ist der Sopro MittelDickbettMortel (MDM wahlweise in grau oder weis) optimal für alle Belagsmaterialien (Naturwerkstein oder Keramik) einsetzbar. Beim Sopro MDM handelt es sich um einen schnellhärtenden Mitteldickbettmörtel (aufgebaut auf Grau- bzw. Weißzementbasis), welcher beginnend ab einer 10er-Zahnung bis zu einer Mörtelaufbaustärke von ca. 25/30 mm mit einer sehr hohen Standfestigkeit (schwere Platte) und dem Vorteil das kein Mörtel aus den Fugen quillt bedenkenlos eingesetzt und verwendet werden kann.

Eine selbsttragende Dickbettverlegung (schwimmende Konstruktion) in Verbindung mit Großformatplatten ist vor dem Hintergrund möglicher hoher Verkehrslasten nicht zu empfehlen und sollte daher nicht gewählt werden. Dies ist darin begründet, dass eine Dickbettkonstruktion keine klar definierte Druck- und Biegefestigkeit im Vergleich zu einer Estrichplatte besitzt.

Für die Verfugung der Großformatplatten Bodenfliesen ist, abhängig vom Belagsmaterial, Sopro Saphir F, Sopro Saphir M oder Sopro FlexFuge einsetzbar. 

Quelle: Sopro Bauchemie
Autor: Mario Sommer

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