Die sichere Anwendung von Schnellestrich

Ein konventionell hergestellter Zementestrich benötigt bis zum Erlangen seiner Belegreife für Fliesen und Platten eine Mindesterhärtungszeit von 4 Wochen, je nach Dicke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann sich dieser Zeitraum auf mehr als 10 Wochen ausdehnen. Durch den gezielten Einsatz von Schnellestrichen kann dieser Zeitraum in Abhängigkeit von der Art und Menge des Bindemittels auf 5 Tage bzw. auf bis zu einen Tag verkürzt werden. Bei beheizten Schnellestrichsystemen sind auf Grund des Aufheizprozederes mindestens 10 Tage bis zu deren Belegreife anzusetzen, jedoch ist auch hier gegenüber dem konventionellen Estrich ein deutlicher Zeitvorteil offensichtlich.

 

Voraussetzungen

Grundvoraussetzung für die Belegung eines Estrichs mit Fliesen und Platten ist, dass er zum Zeitpunkt der Verlegung ausreichend „trocken“ ist. Trocken heißt in diesem Zusammenhang, dass ein bestimmter Feuchtgehalt unterschritten wird. Festzuhalten ist dabei, dass für die Verlegung von Fliesen weniger die Feuchtigkeit selbst problematisch ist, sondern mehr die durch ihr Entweichen verursachte Schwindung des Zementestrichs. Bei Schnellestrichsystemen wird die Trocknung zuverlässig durch den Einsatz eines Schnellestrichbinders beschleunigt. Besonders schnell erfolgt die Bindung des Wassers beim Sopro Rapidur B1 Schnellestrichbinder, bei dem durch gezielte Ettringitbildung und dem damit verbundenen großen Wasserbedarf des Ettringit-Kristalls das Anmachwasser in höchster Geschwindigkeit annähernd komplett gebunden wird.Ebenfalls schnell wird das Wasser beim Sopro Rapidur B5 Schnellestrichbinder durch dessen Feinstzementanteil gebunden. Die Oberfläche des besonders fein gemahlenen Zementes (Mikrodur-Technologie) ist im Vergleich zu der eines normalen Zementes wesentlich größer und die Wasserbindung in der Hydratation entsprechend schnell. Grundvoraussetzung für die Zuverlässigkeit beider Erhärtungsprozesse sind die genau abgestimmten Rezepturen der jeweiligen Binder. Bedingt durch die zukünftige Umstellung von CEM I-Zement auf CEM II-Zemente (Kompositzemente) bei der Herstellung von konventionellen Zementestrichen herrscht im Markt eine gewisse Unsicherheit über die zukünftige Wirkungsweise von flüssigen oder pulvrigen Beschleunigeradditiven, welche dem Estrichmörtel auf der Baustelle zugegeben werden. Durch den Kompositanteil des CEM II-Zements verzögert sich die eigentliche Festigkeitsentwicklung des Estrichs und eine längere, intensivere Nachbehandlung wird erforderlich. Unter diesem Aspekt ist es umso entscheidender füt die Herstellung eines schnell abbindenden Estrichs, auf abgestimmte Schnellestrichbinder (Sopro Rapidur B1, Sopro Rapidur B5) zurückzugreifen.

 

Bestimmung der Restfeuchte

Einzig gutachterlich und juristisch anerkanntes Verfahren zur Bestimmung der Restfeuchte des Estrichs auf der Baustelle ist die CM-Messung. Der Zementestrich ist belegreif für Fliesen und Naturstein, wenn er eine Restfeuchte = 2 CM-% besitzt bzw. für dampfdichte Beschichtungen sowie Holzbeläge, wenn die Restfeuchte = 1,8 CM-% beträgt. Ebenfalls anerkannt ist die aufwendige „Darrmethode“, die voraussetzt, dass eine ausgebaute Estrichprobe zur Trocknung an ein Prüfinstitut gegeben wird. Ein elektronisches Feuchtigkeitsmessgerät hin gegen kann verwendet werden, um die Restfeuchte abzuschätzen und die feuchtesten Stellen des Estrichs für eine nachfolgende korrekte CM-Messung zu lokalisieren. Auch Schnellestriche sind einer CM-Messung zu unterziehen. Die Feuchtemessung erfolgt nach den verbindlichen Aussagen des Herstellers bzw. wie bei konventionellen Estrichen. Einige Herstellerangaben sind allerdings sehr erfinderisch, so kann beispielsweise bei einigen Produkten der CM-Wert am Gerät früher abgelesen werden oder vom abgelesenen Wert ein bestimmter Prozentsatz abgezogen werden. Diese Angaben sind häufig an eine Vielzahl an Bedingungen geknüpft, die in den Produktinformationen verklauselt oder unzureichend formuliert werden. Um im Streitfall keinen Schiffbruch zu erleiden, sollte deshalb der nachfolgend beschriebenen Vorgehensweise der vom ZDB herausgegebenen „Schnittstellenkoordination“ Vorzug gegeben werden.

 

Durchführung einer CM-Messung

Wird der Bindemittelanteil herabgesetzt, kann weniger Wasser durch Hydratation gebunden werden und der Restfeuchtegehalt ist folglich höher.
Bei den fertig konfektionierten Mörteln Sopro Rapidur M1 und Rapidur M5 ist die Gesteinskörnung bereits enthalten, so dass die optimale Sieblinie des Zuschlages und das Mischungsverhältnis hier bereits perfekt abgestimmt ist.
Dadurch können in sehr kurzer Zeit überdurchschnittlich hohe Festigkeiten und geringe Restfeuchten erreicht werden.
Ein geringer Anteil an Überschusswasser, das nicht durch Hydratation gebunden wird, bleibt in der Regel im Estrich zurück.
Herrschen nun für die kalte Jahreszeit durchaus übliche Baustellenbedingungen mit Temperaturen deutlich unter 15 Grad, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von über 80 %, so hat die Restfeuchte nahezu kein Bestreben, den Estrich zu verlassen. Auch der Schnellestrich unterliegt diesen physikalischen Gesetzmäßigkeiten und wird seine Belegereife unter diesen Bedingungen nicht im vorgegebenen Zeitraum erreichen.
Zusätzlich wird bei niedrigen Temperaturen der Erhärtungsprozess verlangsamt. Die richtigen klimatischen Bedingungen sollten entsprechend geschaffen werden (optimal sind Temperaturen = 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit = 65%). In der kalten Jahreszeit ist das Gebäude deshalb zu beheizen, denn durch das Erwärmen von kalter Luft wird deren Wasseraufnahmefähigkeit stark erhöht, so dass der Estrich seine Feuchtigkeit in erhöhtem Maße abgegeben kann.
Zudem ist eine entsprechend hohe Luftwechselrate einzuhalten damit die Raumfeuchte nicht überproportional ansteigt.
Je dicker der Estrich ist, desto weiter ist der Weg, den die Feuchtigkeit aus der unteren Estrichzone an die Oberfläche zurücklegen muss. Es ist entsprechend zu berücksichtigen, dass ein Estrich, der in seiner Dicke deutlich von der Standarddicke von 50 – 60mm abweicht, länger braucht, bis er seine Belegereife erreicht. Wird der Bindemittelanteil herabgesetzt, kann weniger Wasser durch Hydratation gebunden werden und der Restfeuchtegehalt ist folglich höher.
Bei den fertig konfektionierten Mörteln Sopro Rapidur M1 und Rapidur M5 ist die Gesteinskörnung bereits enthalten, so dass die optimale Sieblinie des Zuschlages und das Mischungsverhältnis hier bereits perfekt abgestimmt ist.
Dadurch können in sehr kurzer Zeit überdurchschnittlich hohe Festigkeiten und geringe Restfeuchten erreicht werden.
Ein geringer Anteil an Überschusswasser, das nicht durch Hydratation gebunden wird, bleibt in der Regel im Estrich zurück.
Herrschen nun für die kalte Jahreszeit durchaus übliche Baustellenbedingungen mit Temperaturen deutlich unter 15 Grad, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von über 80 %, so hat die Restfeuchte nahezu kein Bestreben, den Estrich zu verlassen. Auch der Schnellestrich unterliegt diesen physikalischen Gesetzmäßigkeiten und wird seine Belegereife unter diesen Bedingungen nicht im vorgegebenen Zeitraum erreichen.
Zusätzlich wird bei niedrigen Temperaturen der Erhärtungsprozess verlangsamt. Die richtigen klimatischen Bedingungen sollten entsprechend geschaffen werden (optimal sind Temperaturen = 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit = 65%). In der kalten Jahreszeit ist das Gebäude deshalb zu beheizen, denn durch das Erwärmen von kalter Luft wird deren Wasseraufnahmefähigkeit stark erhöht, so dass der Estrich seine Feuchtigkeit in erhöhtem Maße abgegeben kann.
Zudem ist eine entsprechend hohe Luftwechselrate einzuhalten damit die Raumfeuchte nicht überproportional ansteigt.
Je dicker der Estrich ist, desto weiter ist der Weg, den die Feuchtigkeit aus der unteren Estrichzone an die Oberfläche zurücklegen muss. Es ist entsprechend zu berücksichtigen, dass ein Estrich, der in seiner Dicke deutlich von der Standarddicke von 50 – 60mm abweicht, länger braucht, bis er seine Belegereife erreicht.

 

Absperrende Maßnahmen

Ist der Schnellestrich trocken, so besteht grundsätzlich die Gefahr, dass der Feuchtegehalt durch Rückdurchfeuchtung aus der Raumluft wieder ansteigt. Dieser Prozess läuft in der Regel langsam ab. Kann jedoch der schützende Belag nicht planmäßig aufgebracht werden, sollten insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit nach Erreichen der Belegreife absperrende Maßnahmen auf der Estrichoberfläche getroffen werden. Hierfür eignet sich der Einsatz eines Epoxidharzanstriches mit dampfsperrendem Charakter, z. B. mit Sopro Epoxi-Grundierung. Der Einsatz einer entsprechenden Absperrung auf einem sehr jungen, konventionellen Zementestrich, um die Trocknung und die damit verbundene Schwindung gänzlich zu unterbinden und damit schlagartig die Belegreife für Fliesen und Platten zu bewirken, ist grundsätzlich kritisch zu sehen.

Der Estrich im Innenbereich hat grundsätzlich das Bestreben auszutrocknen und eine entsprechende Absperrung wird die Austrocknung allenfalls um einige Monate verzögern, langfristig gesehen aber nicht verhindern können. Die damit verbundene Schwindung kann zu dem üblichen Schadensbild eines zu für mit Fliesen belegten Estrich führen.

Fazit

Von der Herstellung des Schnellestrichs bis hin zum Zeitpunkt seiner Belegung müssen einige Faktoren berücksichtigt werden, damit der Estrich seine Geschwindigkeit voll entfalten kann. Die Berücksichtigung dieser Faktoren wäre mit entsprechender Sorgfalt unproblematisch, würde nicht hin und wieder der Zeitdruck über die Sorgfaltspflicht siegen

Randabsenkung und Rissbildung durch zu

frühzeitige Belegung des Estrichs.
Quelle: Sopro Bauchemie
Autor: Björn Rosenau
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