Kleine Steine ganz groß

Mosaike - Damals und Heute

 

Mosaikbeläge sind wieder angesagt. Immer häufiger trifft man sie in Küchen, Bädern oder Wellnessanlagen. Kein Wunder – sind die kleinen Steinchen doch ein optischer Blickfang mit nahezu unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten. Beachtet man einige wichtige Grundsätze, dann stellt auch die Verarbeitung von Mosaik kein Problem dar.

Die Handwerkskunst des Mosaiklegens hat eine nahezu 3000 jährige Geschichte. Schon die Griechen und später dann vor allem die Römer verstanden es, durch die Verwendung von kleinen Steinchen ihre Wand- und Bodenflächen attraktiv zu gestalten. Diente der Einsatz der Mosaiksteinchen anfangs in erster Linie einer dauerhaften Oberflächenverfestigung, erkannte man sehr schnell, dass durch die Vielzahl der unterschiedlich eingefärbten bzw. glasierten Keramikstücke und der verschiedenfarbigen Natursteine möglichen Bildgestaltungen keine Grenzen mehr gesetzt wurden.

Über die Jahrhunderte entstanden so Flächen und Bildnisse, die sich heute noch bei dem Besuch von alten Bauwerken mit Respekt vor dem handwerklichen Können unserer Vorfahren bewundern lassen.

Natürlich unterlag auch die Mosaikverlegung in den vergangenen Jahrhunderten gewissen Mode- und Trenderscheinungen, wie wir das heute ähnlich erfahren. So gab es beispielsweise eine Zeitepoche, in der die Mosaikverlegung durch die beliebte Technik der Ölmalerei nahezu gänzlich verschwand.
Unabhängig davon hat sich die Mosaikverlegung jedoch bis heute erhalten und erlebt im Moment einen Trend zunehmender Beliebtheit. Eine Vielzahl von Materialien (Keramik, Naturstein, Glas, etc.) werden heute für die Herstellung von Mosaiken verwendet, so dass es bezüglich Farben und Formen so gut wie keine gestalterischen Einschränkungen gibt. Immer häufiger sind diese Materialien daher wieder in den Auslagen der Fliesenfachgeschäfte zu bewundern.
Auf Grund ihrer Farbenvielfalt und der Tatsache, dass sich nahezu jede Form, ob rund oder eckig, mit Mosaik belegen lässt, werden die kleinen Steinchen heute sehr gerne auch von Architekten und Planern im Wellness- und Schwimmbadbereich eingesetzt.

 

Mosaikarbeiten richtig kalkulieren

Von Mosaiken spricht man immer dann, wenn das Format des einzelnen Belagstücks 10 x 10 cm unterschreitet. Nach unten sind in der Größe und Form in Abhängigkeit des entstehenden Bildes keine Grenzen gesetzt. Sollen Flächen mit Mosaiken beklebt und gestaltet werden, ist es unabdingbar, dass in einem Planungsgespräch zwischen Bauherr, Planer und Verlegebetrieb gemeinsam die Wünsche und Möglichkeiten besprochen werden.
Dabei müssen aber auch klar die Grenzen dieser Beläge aufgezeigt werden, um sich später nicht mit Mängeln und Schäden beschäftigen zu müssen. Vor allem der ausführende Betrieb muss wissen, dass Mosaikverlegungen nicht im Akkord ausgeführt werden können, sondern dem Verleger ein Höchstmaß an handwerklichem Können abverlangen. Dies gilt es letztendlich auch bei der Kalkulation einer solchen Verlegearbeit zu berücksichtigen. Weiterhin muss in die Kalkulation der zusätzliche Aufwand der Untergrundvorbereitung mit einfließen. Vor allem Unebenheiten im Untergrund, die nicht egalisiert werden, würden sich im direkt verlegten Mosaik als zu bemängelnde Höhen und Tiefen in der verlegten Fläche darstellen. Alle mit Mosaik zu verlegenden Flächen sind daher im Vorfeld auszugleichen bzw. müssen gespachtelt werden.
Handelt es sich um Bodenflächen ohne Gefälle, lässt sich eine selbstverlaufende Spachtelmasse wie Sopro FließSpachtel 15 plus (FS 15 plus) einsetzen. Sind es Wandflächen, so eignet sich hierfür am besten der schnell erhärtende Spachtelmörtel Sopro AusgleichsMörtelTrass (AMT 468).

Auf Kleberfarbe und Untergrund achten

Sollte sich der Bauherr für ein Glasmosaik entscheiden, empfiehlt es sich, im Vorfeld eine Musterfläche mit weißen und grauen Dünnbettmörteln anzulegen. Denn nur so lässt sich bewerten, in wie weit die Kleberfarbe Einfluss auf das Gesamtbild des Mosaiks nimmt. Auf Grund des Durchscheinens und der daraus möglicherweise resultierenden optischen Beeinträchtigung, haben sich weiße Dünnbettmörtel in der Praxis am besten bewährt. Insofern gilt, dass alle Flächen vor der eigentlichen Verlegung deckend mit Sopro’s No.1 weiss Flexkleber (No.1 996) abzuspachteln sind. Nach der Aushärtung der Vorspachtelung erfolgt die Verlegung. Vor der Verlegung und den Spachtelarbeiten sind wie bei allen keramischen Belagsarbeiten die Untergründe auf ihre Belegbarkeit hin zu prüfen. Dies bedeutet, dass diese tragfähig, trocken und frei von allen haftungsmindernden Stoffen sein müssen, welche den Haftverbund im Nachhinein negativ beeinflussen könnten. Auf Grund der kleinen Dimensionen der Steinchen gilt es, ein besonderes Augenmerk auf die Druckstabilität des Untergrundes zu richten. Auftretende Punktlasten auf die verlegten Mosaiksteinchen
und die daraus resultierenden Kräfte können nicht wie bei einer größeren Fliese auf die Fläche verteilt werden. Beim Mosaik stellt sich vielmehr ein partieller Durchstanzeffekt ein, der mit einem Eindrücken in einem möglichen weichen Untergrund endet. Werden beispielsweise extrudierte Polystyrol-Hartschaumelemente und -Platten verwendet, ist im Vorfeld beim jeweiligen Hersteller die Eignung für eine Mosaikverlegung abzufragen. Ist dies unklar, sind solche Flächen durch das Abspachteln mit Sopro FugenEpoxi (FEP) zu stabilisieren, um die notwendigen Druckfestigkeiten sicher zu stellen. Die heute in Verbindung mit keramischen Belägen eingesetzten Verbundabdich-tungen (Sopro FlächenDicht flexibel (FDF), Sopro Dichtschlämme Flex 1-K (DSF 523), Sopro PU-FlächenDicht (PU-FD 570/571) – wie sie dem ZDB-Merkblatt „Hinweise für die Ausführung von Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“ entsprechen – stellen in Verbindung mit Mosaiken als Verlegeuntergrund kein Problem dar.

Vorsicht bei rückseitig fixierten Mosaiken
Auch hier gilt, dass speziell beim Einsatz von Glasmosaik die Flächen dünnschichtig mit Sopro’s No.1 weiss Flexkleber (No.1 996) vorzuspachteln sind. In der Praxis haben sich, speziell für alle in weitgehend trockenen Bereichen zu verlegende Mosaike, zementäre, flexible Dünnbettmörtel wie Sopro’s No.1 Flexkleber (No.1 400) und Sopro’s No.1 weiss Flexkleber (No.1 996) bestens bewährt. Selbst die Verlegung von rückseitig fixierten Mosaiken ist in solchen Bereichen absolut unproblematisch. Sollen die Mosaike jedoch im Dauernass- bzw. Unterwasserbereich verlegt werden, scheiden rückseitig fixierte Mosaike von vornherein aus. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass die herstellerseitig verwendeten Fixierungskleber nicht feuchtigkeitsbeständig sind. Für das Mosaik im verlegten Zustand bedeutet dies, dass über kurz oder lang Feuchtigkeit über die Fuge hinter die
   
Mosaiksteinchen gelangt, der Netzkleber somit in Lösung geht und das Steinchen damit seine Anhaftung zu dem Verlegemörtel verliert. Die Folge ist ein Herausfallen des Mosaiksteinchens. Hinweise hierfür finden sich auch im neuen ZDB-Merkblatt „Keramische Beläge im Schwimmbadbau – Hinweise für Planung und Ausführung“. Insofern sind für diese Bereiche nur vorderseitig fixierte Mosaike zu verwenden. Am besten haben sich für diese Anwendungsfälle vorderseitig papierfixierte Mosaike bewährt. Durch Anfeuchten des Fixierungspapiers lässt sich dieses nach wenigen Minuten ablösen und ein korrigieren von Steinchen ist noch möglich. Insofern ist es von Vorteil, für die Verlegung einen normal erhärtenden Dünnbettmörtel Sopro’s No.1 weiss Flexkleber (No.1 996) zu verwenden, um auf diese Weise eine lange Korrigierzeit zu erhalten.

Mosaike, welche mit Plastikfolien fixiert sind, haben sich in der Praxis nicht bewährt, da der Verlegemörtel erst vollständig abgebunden sein muss, bevor die Folie entfernt werden kann. Zieht man die Folie zu früh ab, hängt ein Teil der Steinchen noch an der Folie.

Glasmosaik

Entscheidet sich der Bauherr für ein Glasmosaik im Dauernass-bzw. Unterwasserbereich, ist unbedingt bereits im Vorfeld darauf hinzuweisen, dass durch die Wasseraufnahme von zementären
Verlegemörteln und die Lichtbrechung der sich nach hinten verjüngenden Steinchen optische Beeinträchtigungen in Form von sogenannten Wolkenbildungen entstehen können. Dies ist besonders immer dann anzusprechen, wenn helle, durchscheinende Glasmosaike verwendet werden sollen. Durch den Einsatz von Sopro FugenEpoxi (FEP), welches für die Verlegung und Verfugung des Mosaiks geeignet ist, lassen sich auf Grund der sehr geringen Wasseraufnahme des Fugenmaterials diese Wolkenbildungseffekte weitgehend verhindern.
   
Des Weiteren bietet der Epoxidharzmörtel einen besonders sicheren Haftverbund zum Glasmosaiksteinchen.
Soll ein zementärer Dünnbettmörtel, wie Sopro’s No.1 weiss Flexkleber (No.1 996) zum Einsatz kommen, ist dieser mit 10% Sopro FlexDispersion (FD 447) zu vergüten.
Auf Grund der sehr glatten und geschlossenen Glasoberfläche, die dem Zementstein so gut wie keine Verkrallungsmöglichkeit bietet, ist diese Vergütung notwendig.
In Sonderfällen, wie im Schiffsbau, wo die Beläge direkt auf die Stahlhaut des Schiffes geklebt werden, hat sich Sopro PU-Kleber (PUK 503) auf Grund seiner hohen Klebekraft und Flexibilität als sehr guter Problemlöser bewährt. Neben Sopro FugenEpoxi (FEP) besteht zusätzlich für den jeweiligen Anwendungs- bzw. Belastungsfall die Möglichkeit, die Fugen mit Sopro Saphir F PerlFuge bzw. Sopro TitecFuge schmal (TFs) zu verfugen.

Wichtig: Schutz vor mikrobiellem Befall

Sollen die Mosaike im Schwimmbad eingesetzt werden, sind nach der Verlegung und Entfernung der Fixierung sowohl die Flächen als auch die offenen Fugen gut zu reinigen.
Der Grund: Die verwendeten Fixierungskleber sind organischer Herkunft und können daher Ursache für einen möglichen Schimmelbefall im Schwimmbecken sein. Gerade der sehr hohe Fugenanteil, den mit Mosaiken ausgekleidete Flächen besitzen, prädestiniert die Beläge für die Ansiedlung von Pilzsporen. Für den Verlegebetrieb bedeutet dies, dass er dem Bauherrn in Absprache mit dem Bauchemiehersteller eine Anleitung für die Pflege und Reinigung, aber auch für die Wasseraufbereitung an die Hand geben sollte, um spätere Reklamationen zu vermeiden.Die DIN 19643 regelt die Wasseraufbereitung in öffentlichen Bädern und sollte auch in privat genutzten Bädern Planungsgrundlage sein. Diese Norm fordert eine Chlorierung zur Desinfizierung des Beckenwassers, um diversen mikrobiellen Befall zu verhindern. Dies hat sich im Hinblick auf Mosaike bestens bewährt.

Fazit: Mosaikverlegungen sind eine interessante gestalterische Herausforderung für alle Beteiligten. Sie sollte jedoch stets in enger Zusammenarbeit mit dem Bauchemiehersteller erfolgen, um letztendlich auch diese Baustellen erfolgreich abschließen zu können.
Quelle: Sopro Bauchemie

Autor: Mario Sommer
Dipl.- Bauingenieur

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