Fliesen von Abrieb bis Auspresspistole
Dehnungsfuge
Bei großflächig gefliesten Böden kann es durch den Einfluss von Wärme und Kälte zu Rissbildungen kommt. Hiervor schützen Dehnungsfugen. Diese trennen große Flächen in kleinere Einzelfelder. Die auftretenden Druck- und Zugspannungen können somit von der Eigenfestigkeit des Materials aufgefangen werden. Dehnungsfugen werden hauptsächlich dauerelastisch oder auch dauerplastisch verfugt. Bei Renovierungsarbeiten müssen vorhandene Dehnungsfugen erhalten bleiben und bei bereits vorhandenen Rissen können zusätzliche Dehnungsfugen Abhilfe schaffen.

Dekore
Durch die heutige Technik ist es möglich Oberflächen herzustellen, die kaum noch von Natursteinen oder antiken Fliesen zu unterscheiden sind. Vielfältige Farben, Formate, Muster und Strukturen werden praktisch jedem Geschmack und den unterschiedlichsten Preisvorstellungen gerecht.

Dickbettverfahren
Das Ansetzen im Dickbett ist die klassische Verlegemethode. Durch die Dickbettmethode ist es möglich Unebenheiten im Untergrund auszugleichen. Dieses setzt aber einen haftfähigen Untergrund voraus. Saugende Untergründe werden vorgenässt oder mit einem Spritzbewurf aus Zementmörtel im Mischungsverhältnis 1:3 versehen.

Bevor man mit dem Fliesen beginnt, taucht man die Fliesen kurz in sauberes Wasser und trägt anschließend mit einer Kelle auf der Rückseite der Fliese den Verlegemörtel etwa 2,5 cm hoch auf. Mit der Kelle schrägt man anschließend die Kanten ringsum an. Somit wird genügend "Verdrängungsraum" für das Andrücken und Ausrichten der einzelnen Fliesen gewährleistet. Danach kann man die Fliese mit einem Hammerstiel anklopfen. Für das Abbinden benötigt man ca. einen Tag. Danach ist der Untergrund bereit, um verfugt zu werden. In der gleichen Art und Weise werden die Fliesen am Boden verlegt.

Dispersionskleber
Dispersionskleber sind nicht frostbeständig und folglich nur innen anzuwenden. Man verwendet sie hauptsächlich für Wandfliesen. Seit neustem werden die Dispersionskleber auch mit wasserdichten Eigenschaften angeboten, so dass man die Fliesen auch auf feuchtigkeitsempfindlichen Untergründen anwenden kann (z. B. bei Gipskartonplatten, Porenbeton und Spanplatte. Die abdichtende Funktion wird allerdings nur erreicht, wenn der Kleber zunächst mit der Glättekelle vollflächig als 1 mm dicke Dichtschicht aufgetragen und nach der Aushärtung das eigentliche Kleberbett mit der Zahnkelle aufgezogen wird. Ecken und Anschlüsse müssen bei diesem Verfahren mit in die Dichtschicht eingearbeitete Armierungsstreifen verstärkt werden.

Dünnbettverlegung
Bei dem Dünnbettverfahren sind ebene Untergründe unerlässlich, da sie im Gegensatz zur Dickbettverlegung nicht in der Lage sind großen Niveauausgleich durch stärkeres oder weniger starkes Andrücken - sprich mehr oder weniger dicke Mörtelhinterfütterung - ausgleichen können. Hierfür können unter anderem folgende Kleber verwendet werden: Dispersionskleber, Pulverkleber und Zwei-Komponenten- Kleber. Diese Kleber werden mit einem Zahnkamm oder einer Zahnkelle aufgetragen. Der angemischte Kleber wird für üblich auf eine Teilfläche von 1 bis 1½ m² aufgezogen und gleichmäßig durchgekämmt. Der Mengenauftrag pro m² wird dabei zum einem von der Zahnung und zum anderen von der Schräghaltung des Zahnkamms oder der Zahnkelle bestimmt.

Um ein Gefühl für die richtige Auftragsmenge zu bekommen, können Sie die vom Hersteller angegebene Verbrauchsmenge pro m² abmessen und gleichmäßig auf eine markierte Teilfläche von 1 m² aufziehen. Die Fliesen drückt man mit einer leicht drehenden Bewegung in das frische Kleberbett und richtet sie exakt aus. Bei den Qualitätskleber brauch man keine Angst um das Abrutschen haben, da sie eine sehr hohe Anfangshaftung haben. Der jenige, der noch wenig Erfahrung im Fliesen hat, kann zur Erleichterung auch Fliesenlegerkreuze für ein ebenmäßiges Fugenbild verwenden.