Sichere Verlegung von Fliesen und Platten auf Balkonen und Terrassen

Ganz gleich, ob die Wohnung oder das Haus klein oder groß ist - in der Regel besitzen sie einen Balkon oder eine Terrasse. Und jeder, ob Mieter oder Besitzer, freut sich, nach einem harten Arbeitstag oder an einem Wochenende bei schönem Wetter diese Außenflächen nutzen zu können. Dementsprechend hoch sind auch die Wünsche, um diesen „Ort der Entspannung“ optisch ansprechend zu gestalten.
Eine schöne Optik lässt sich besonders gut mit keramischen Belägen umsetzen. Oft besteht auch der Wunsch, den Belag des Wohnzimmers durch die Balkon- oder Terrassentür nach außen in einer Flucht zu verlängern. Ist die Entscheidung für einen keramischen Belag gefallen und sind die Fliesen und Platten erst einmal ausgesucht, dann ist der Fliesenleger gefragt.
    
Denn jetzt gilt es, den Belag auch in diesen sensiblen Bereichen langlebig und sicher zu verlegen. Hierzu gibt es bewährte Verlegesysteme, die dies erlauben. Da es sich um Außenbauteile handelt, spielt die Frage nach Wasserbeaufschlagung und Durchfeuchtung eine ganz zentrale Rolle. Dies bedeutet, dass vom Fliesenleger auch das Thema Abdichtung mit anzusprechen und optimal zu lösen ist.

Auf die richtige Abdichtung kommt es an

Außenbauteile müssen gemäß DIN 18195 abgedichtet werden. Sie können nach Absprache mit Planer bzw. Bauherr auch mit den heute üblichen und wesentlich einfacher zu verarbeitenden Verbundabdichtungen (Sopro TurboDichtSchlämme) abgedichtet werden. Lediglich dort, wo sich unter den abzudichtenden Flächen ein bewohnter Raum befindet, ist nach den Flachdachrichtlinien zu verfahren und ein Aufbau mit Dampfsperre, Dämmung und Abdichtung erforderlich. Generell gilt es dabei die Bausubstanz gegen Durchfeuchtung zu schützen, da der Fliesenbelag selbst keine abdichtende Maßnahme darstellt. Die lastverteilenden Schichten (Estrich) oder Gefällespachtelungen sind deshalb mittels einer Verbundabdichtung (Sopro TurboDichtSchlämme) abzudichten, um so eine mögliche Durchfeuchtung zu verhindern.
    
Soll beispielsweise eine Kragplatte oder eine erdberührte Terrassenplatte mit einem keramischen Belag belegt werden, so ist im Vorfeld dafür Sorge zu tragen, dass die Fläche ein 1-2 %iges Gefälle erhält. Gefälle lassen sich leicht mit Verbundestrichen (z. B. Sopro Rapidur B5) bzw. mit schnell erhärtenden Spachtelmassen (Sopro Ausgleichs-Mörtel Trass) herstellen. Nach der Aushärtung erfolgt das Abdichten mit der Sopro TurboDichtSchlämme. Die zementäre, hoch flexible Verbundabdichtung wird in zwei Arbeitsgängen appliziert. Nach der Aushärtung ist die Gesamtschichtdicke zu prüfen, denn diese darf 2 mm nicht unterschreiten. Im Bereich von Bewegungsfugen werden Sopro Dichtbänder in die Dichtschlämmen-Abdichtung eingearbeitet.
Auf Verarbeitungstemperaturen achten

Auf Grund der ständigen Bewitterung sind Balkone und Terrassen die am stärksten belasteten und dadurch auch am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Bauteile am Haus. Deshalb gibt es für die sichere Verlegung von keramischen Platten auf Balkonen und Terrassen den speziell entwickelten, zementären, hochflexiblen, zweikomponentigen und wasserfreien Dünnbettmörtel Sopro megaFlex S2. 
In seiner schnell erhärtenden Variante (Sopro megaFlex S2 turbo) eignet er sich besonders für Baustellen mit niedrigen Außentemperaturen (Herbst/ Frühjahr). Die spezielle Rezeptur ermöglicht es, auch bei ungünstigen Aushärtungsbedingungen schon in der folgenden Nacht die notwendige Frostsicherheit zu gewährleisten.

Über die Sommermonate, mit in der Regel optimalen Außentemperaturen, ist die Variante Sopro megaFlex S2 mit normalen Verarbeitungs-und Aushärtungszeiten einsetzbar. Beide Dünnbettmörtel werden, auf Grund ihres hohen Anhaftverhaltens und der Wasserfreiheit, auch den besonderen Anforderungen von Feinsteinzeugfliesen gerecht, was somit den sicheren Einsatz dieser Materialien auch auf dem Balkon oder der Terrasse erlaubt.

Die Verfugung der Bodenfliesen erfolgt mit einem flexibel eingestellten, hydraulisch abbindenden Fugenmörtel der Sopro FlexFuge FL.


Die Verlegung großer Formate im Außenbereich


Oftmals besteht der Wunsch, die im Innenbereich verlegten, großformatigen Platten des Wohnzimmers in einer Flucht auch auf dem Balkon oder der Terrasse zu verlegen. Bei Plattenformaten von bis zu 60 x 60 cm ist dies in Kombination mit einer entkoppelnden Abdichtung sicher möglich. In diesem Fall wird die oben angesprochene Dichtschlämmen-Abdichtung gegen eine Abdichtungs- und Entkopplungsbahn (Sopro AEB plus) ausgetauscht und auf die mit Gefälle vorbereitete Fläche mit Sopro megaFlex S2 turbo verklebt. Bei der Sopro AEB plus handelt es sich um eine zweischichtige Abdichtungsmembran, die gleichzeitig, durch ihre „weiche“, anthrazitfarbene Unterseite, eine hohe entkoppelnde Eigenschaft besitzt. Trotz dieses Gleitlagereffekts stellt sie jedoch immer noch eine Verbundkonstruktion dar und ist somit hoch belastbar – ein gerade bei öffentlich genutzten Terrassen, wie beispielsweise einem Café, ein wichtiger Aspekt. Diese entkoppelnd wirkende Bahnenabdichtung wird an den Rändern gestoßen. Diese Stöße werden mit Sopro Racofix Montagekleber oder Sopro TurboDichtSchlämme und dem Sopro AEB Dichtband wasserdicht verklebt. Anschließend erfolgt, wie oben beschrieben, die Verlegung der großformatigen Keramik mit Sopro megaFlex S2 turbo bzw. Sopro megaFlex S2.

Natürlich können auch auf einem Balkon, der nach den Flachdachrichtlinien mit einer Schweißbahn abgedichtet wurde, die Flächen mit einem, dem Wunsch des Bauherren entsprechenden, keramischen Belag belegt werden. Um hier eine sichere Verlegung zu ermöglichen, muss zunächst
auf der abgedichteten Fläche eine lastverteilende Platte (Estrich) hergestellt werden. Da sich der Fliesenleger in diesem Fall nicht um die Abdichtungsthematik selbst kümmern muss, hat er also nur Sorge zu tragen, dass der von ihm erstellte weitere Aufbau schnell entwässern kann. Das heißt, die lastverteilende Platte (Estrich) wird mit einem drainagefähigen Mörtel (Sopro DrainageMörtel) in einer Mindestschichtdicke von 5 cm hergestellt. Bei diesem drainagefähigen Mörtel handelt es sich um eine spezielle trasshaltige Monokornmischung, bei der im Vergleich zu einer normalen Siebline der feine Zuschlagsanteil fehlt. 

Die lastverteilende Platte, auf welcher später der keramische Belag verlegt wird, kann somit das eindringende Wasser nicht mehr speichern, es fällt schwerkraftbedingt nach unten und kann besonders in der kalten Jahreszeit keinen Schaden durch Eisbildung anrichten. Um das Abfließen des Wassers auf der Schweißbahnabdichtung zu erleichtern, sollte die drainagefähige lastverteilende Platte (Estrich) immer mit der Sopro DrainageMatte kombiniert werden.

Der weitere Aufbau erfolgt, wie oben beschrieben, mit den Dünnbettmörteln Sopro megaFlex S2 turbo oder Sopro megaFlex S2 und dem Fugenmörtel Sopro FlexFuge FL. Auf Grund der hohen thermischen Belastungen ist es ratsam, dem Bauherren im Beratungsgespräch nahe zu legen, für seinen Außenbelag eine möglichst helle Fliesenfarbe zu wählen.


Quelle: Sopro Bauchemie
Autor: Mario Sommer

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.