Naturstein zeitlos schön

Der Naturstein, in all seinen Formen und Ausprägungen, erfreut sich bei Planern und Bauherren nach wie vor größter Beliebtheit, wenn es um die Gestaltung von anspruchsvollen Gebäuden geht. Allerdings können nicht fachgerecht geplante und ausgeführte Bodenkonstruktionen ebenso wie falsche Verlege- oder Fugenmörtel, zu Schäden an dem meist wertvollen Material führen. Verhindern lässt sich dies nur, indem man die Verlegearbeiten bereits im Vorfeld sorgfältig plant - möglichst in enger Kooperation mit dem Bauchemielieferant - und zum Verlegen ausschließlich Produkte verwendet, deren Eigenschaften auf die besonderen Anforderungen der Natursteinverlegung abgestimmt sind.

 

Dünne Natursteinplatten als verlegetechnische Herausforderung

Wurde der Naturstein früher meist in großen Blöcken oder dicken Scheiben eingebaut, so macht es die Weiterentwicklung der Technik möglich, dass Naturstein heute auch in Materialdicken von nur ca. 4 mm erhältlich ist. Sowohl der Naturstein selbst, als auch die Herausforderungen, die durch die geringen Materialdicken entstehen, erfordern neben Erfahrung in der Verlegung auch die passenden Produkte zum sicheren Einbau des Natursteins. Je dünner die Natursteine hergestellt werden, um so eher können Veränderungen der Mineralbestandteile an der Oberfläche sichtbar werden - verursacht durch Feuchteeintrag und unsachgemäße Verlegung. Die dünnschichtige und sehr maßgenaue Natursteinplatte wird mittlerweile auch gerne von Fliesenlegerfirmen verlegt. Diese müssen jedoch wissen, dass der Naturstein im Vergleich zur Keramik ein indviduelles Eigenleben besitzt und sich je nach Zusammensetzung im eingebauten Zustand verändern kann, nicht zuletzt auch auf Grund eines unsachgemäßen Umgangs durch den Nutzer. Ein aufklärendes Beratungsgespräch mit dem Bauherrn ist daher vor der Verlegung ein Muss, um mögliche Reklamationen und unzufriedene Kunden zu vermeiden.

 

Innovative Verlegemörtel

Es ist eine Selbstverständlichkeit Natursteine schadensfrei zu verlegen, vor allem bei einer Kundschaft mit ständig steigenden Ansprüchen. Die Sopro Bauchemie verfügt seit vielen Jahren über ein Produktsortiment, das eine mangelfreie Natursteinverlegung ermöglicht. Ständig werden die Produkte für den sensiblen Bereich der Natursteinverlegung weiterentwickelt und angepasst. Dies macht sich zum einen in der geschmeidigen Verarbeitung mit gutem Standvermögen und hoher Klebkraft und zum anderen in der angepassten Schnellerhärtung bemerkbar, die das Anmachwasser weitestgehend kristallin bindet. Für den Verarbeiter bedeutet dies nicht nur ein besseres Handling bei der Verlegung, sondern insbesondere die Sicherheit, dass durch den Verlegeprozess und mögliche Wassereinwanderungen im Stein keine Veränderungen auftreten. So ermöglicht die Rohstoffzusammensetzung in der heutigen Form innovative Entwicklungen wie den Sopro MittelDickbettMörtel, der für Schichtdicken bis 30 mm einsetzbar ist, aber auch als Dünnbettmörtel mit einer 10 mm Zahnung Verwendung findet.

Auf die Verwendung kommt es an

Entscheidend bei der Natursteinverlegung ist nicht nur das Wissen darüber, welche Verlegemörtel einzusetzen sind, sondern auch welcher Naturstein in welchen Bereichen Verwendung finden sollte. So sind im stark frequentierten Eingangsbereich eines Hotels andere Belastungen zu erwarten, als in einem privaten Wohnzimmer, wo in der Regel nur mit Hausschuhen gelaufen wird. Eine Natursteintreppe im Außenbereich oder ein Haussockel aus Naturstein an einer Hauptstraße unterliegen im Winter einer intensiven Streusalzbelastung, die den Stein verändern und zerstören können. Der gleiche Stein, in einem trockenen Bereich verbaut, wird dagegen sein äußeres Erscheinungsbild nicht verändern und lange Freude bereiten. Weitere witterungsbedingte Einflüsse können ebenfalls Ursachen für Veränderungen in der Oberfläche des Steins sein. Minerale können den Naturstein durch chemische Reaktionen verändern. Diese Reaktionen entstehen teilweise bei unsachgemäßer Verlegung, teilweise können sie aber auch schon vor Abbau des Steins in der Natur entstanden sein. Sind sichtbare Veränderungen bei der Verlegung erkennbar, ist der Stein bzw. die Fliese vor den Verlegearbeiten auszusortieren. Vermehrt findet man heute auf den Baustellen eine Kombination aus Keramikfliesen und Naturstein. Bedingt durch die dünnen Natursteinplatten (z.B. 10 mm) kann man sie ohne Schwierigkeiten mit den Keramik Fliesen kombinieren. Diese Kombinationsmöglichkeit erlaubt eine weitere gestalterische Facette, die natürlich anspruchsvoll in der Verlegung ist aber so auch den einen Verlegebetrieb vom anderen abhebt. Bei der Verlegung von Naturstein sollte immer ein dafür geeigneter, industriell gefertigter Dünn-, Mittel- oder Dickbettmörtel verwendet werden. Nur diese geben die entsprechende Sicherheit und stellen eine gleichbleibende Qualität des Verlegemörtels sicher. Die Vorteile solcher Spezialprodukte liegen vor allem in ihrer Schnellerhärtung. Dadurch wird das Anmachwasser in den ersten Stunden nach den Verlegearbeiten im Mörtelsystem kristallin eingebunden und kann auf diese Weise nicht mehr in den Stein einwandern und ihn dadurch negativ verändern. Bei graufarbigen Mörtelsystemen, in Kombination mit hellen, durchscheinenden Natursteinmaterialien, können die Kleberstege nach der Verlegung durchscheinen. Außerdem kann der Stein optisch dunkler wirken als die unverlegte Platte. Dies ist im Vorfeld zu prüfen. Soll Naturstein also auf Stahltreppenkonstruktionen, auf Fahrstuhlböden oder, wie z.B. im Schiffsbau üblich, direkt auf den Stahlflächen verlegt werden, so kann dies im direkten Kontakt mit dem Sopro PU-Kleber erfolgen.

Grundsatz bei der Verlegung:

Wenig Feuchtigkeit geringe Verfärbungsgefahr

Viel Feuchtigkeit hohe Verfärbungsgefahr

Natursteine die in der Vergangenheit im Dickbett schadenfrei verlegt wurden, können natürlich auch heute mit normalerhärtenden Dünn- und Mittelbettmörteln verlegt werden. Aus diesem Grund werden auch im Sopro Produktsortiment normal erhärtende Mörtel für verfärbungsunempfindliche Natursteine empfohlen. Beim Einsatz von normal erhärtenden Kleber-Systemen besteht jedoch - wie bei der Dickbettverlegung - die Gefahr, dass über einen längeren Zeitraum das Anmachwasser in den Naturstein einwandern kann und so diesen möglicherweise farblich verändert. Generell ist jedoch zu betonen, dass für die Verlegung von Natursteinen weiße, schnellerhärtende Mörtel, wie Sopro MarmorFlexKleber oder Sopro MittelDickbettMörtel weiß, zu bevorzugen sind. Einzelne Natursteinarten lassen sich - auch das zeigt die Praxis - selbst mit den oben genannten Spezialmörteln nicht schadensfrei verlegen, da sie auf Grund der rückseitigen Anfeuchtung durch den Verlegemörtel zu Verformungen und Aufschüsselungen neigen. In diesem Fall müssen wasserfreie Reaktionsharzmörtel, wie der Sopro PU-Kleber, zum Einsatz kommen. Zum einen stellt der PU-Kleber eine verformungsfreie Verlegung sicher, zum anderen ist er ein Klebesystem das einen sehr guten Haftverbund zu kritischen Untergründen (wie beispielsweise Stahl) herstellt.

 

Dickbett oder Dünnbett?

Selbstverständlich können Natursteine auch im Dickbettverfahren (z.B. im Treppenbau) verlegt werden. Bei dunklen, verfärbungsunempfindlichen Steinen empfiehlt sich eine Kombination von Dickbettmörtel und Sopro Haft- SchlämmeFlex grau; bei hellen, durchscheinenden und damit verfärbungsempfindlichen Natursteinen ist der Dickbettmörtel dagegen in Kombination mit der Sopro Marmorschlämme weiß zu verarbeiten. Der Dickbettmörtel sollte bei Eigenmischungen immer mit Trasszement hergestellt werden. Ist eine „Fertigmischung“ gewünscht ist Sopro TrassVerlegeMörtel einzusetzen Generell weist die Verlegung im Dünn- und Mittelbett jedoch zahlreiche Vorteile gegenüber der Dickbettverlegung auf. Die Verlegekombination „Naturstein und dünnschichtiger Mörtelauftrag“ hat sich seit vielen Jahren und in vielen Objekten bewährt. In diesem Zusammenhang ist auch der Bereich „Renovierung und Sanierung“ zu nennen. Speziell bei Großobjekten herrscht dabei ein immenser Termindruck, so dass hier auf Grund der langen Trocknungszeit eine Dickbettverlegung nahezu unmöglich ist. Mit den schnellerhärtenden Sopro Systemen kann der verlegte Natursteinboden dagegen nach wenigen Stunden bis Tagen bereits belastet werden. Dadurch lässt sich die Baustelle auch weiter zügig abwickeln. Dies ist bei der Dickbettverlegung in einem solch kurzen Zeitraum nicht möglich. Bei dieser Verlegeart müssen in der Regel 4 - 6 Wochen Trocknungszeit eingehalten werden, was meist mit den straffen Terminplänen der Baustelle kollidiert. Auch im Außenbereich ist die Dünn- und Mittelbettverlegung stets zu favorisieren. Denn die kurze Trocknungszeit der schnellerhärtenden Systeme ermöglicht nicht nur ein schnelleres Begehen, sondern auch Witterungseinflüsse können bereits wenige Stunden nach der Verlegung der Fläche nicht mehr schaden. Verleger, die dennoch im Außenbereich - bedingt durch langjährige Erfahrung - im Dickbett verlegen möchten, sollten dies auf jeden Fall mit einem drainagefähigen System ausführen, so wie dies auch der            Deutsche Naturstein Verband (DNV) empfiehlt. Das Sopro Drainage-System (Sopro DrainageMörtel und Sopro DrainageMatte) erlaubt die Herstellung einer wasserdurchlässigen, drainagefähigen lastverteilenden Schicht (Mindestdicke 5 cm), auf welcher anschließend im Dünnbett verlegt wird oder - wie von der Dickbettverlegung bekannt- eine „Frisch-in-Frisch-Verlegung“ erfolgt. Soll „Frisch-in-Frisch“ verlegt werden, so sind als Haftbrücken die oben genannten Schlämmen oder Dünnbettmörtel zu verwenden. Da durch den drainagefähigen Aufbau entsprechende Niederschlagsmengen anfallen, sollte auf der Abdichtungsebene vor dem Mörtelaufbau die Sopro DrainageMatte ausgelegt werden. Sie stellt auch auf Dauer einen guten Wasserabfluss zur Entwässerungsstelle sicher.

 

Praxistipps zum richtigen Verfugen

Für eine fachgerechte Natursteinverlegung ist auch die Wahl eines geeigneten Fugenmörtels wichtig. Für die Verfugung von schmalen Fugen sowie bei einer polierten Natursteinoberfläche, ist die Sopro MarmorFuge zu empfehlen. Sind dagegen stark strukturierte/raue Oberflächen vorhanden, ist die Fugenbreite so zu planen, dass man grobkörnige Fugenmörtel einsetzen kann. Hier ist die Sopro TrassNatursteinfuge zu empfehlen. Dieser, im Vergleich zur Sopro MarmorFuge grobkörninge Fugenmörtel, hilft mit seinem Quarzsandanteil beim Waschen an der rauen Natursteinoberfläche mit, die Fläche zu reinigen. Bewährt hat sich bei stark saugenden Natursteinen - wie beispielsweise Kalkund Sandsteinen - der Einsatz der Sopro Pflaster-Fughilfe. Die Sopro Pflaster-Fughilfe reduziert das Saugverhalten des Steins und ermöglicht einen leichteren Abwaschprozess. Dem Verleger muss bewusst sein, dass die Fugmethode stets in Abhängigkeit der Gesteinsoberfläche zu wählen und zu kalkulieren ist. Gesteine wie die offenporige Basaltlava lassen sich beispielsweise nicht schlämmen, da sonst auf Grund von denkbaren Fugmörteleinlagerungen die Optik des Steins völlig verloren geht. Hier bleibt dem Verarbeiter nur die Verfugung mit dem Fugeisen. Neben den zementgebundenen, für die Natursteinverfugung empfohlenen Fugenmörtel, ist zudem ein besonderes Augenmerk auf die Wahl des richtigen Silicons für das Füllen der Bewegungsfugen im Belag zu legen. Hier sind besonders rezeptierte Silicone wie Sopro MarmorSilicon zu verwenden. Andere Silicone verursachen durch das Einwandern ihrer Weichmacheröle in die Steinflanken hässliche Randzonenverfärbungen, die die schöne Verlegearbeit zu Nichte machen können. Für einen Oberflächenschutz der Natursteine können die Sopro Imprägnierungen (Naturstein-Fleckstopp oder Naturstein- Farbvertiefer) eingesetzt werden. Die Auftragsmenge der Imprägnierungen variiert je nach Naturstein, d.h. das Saugverhalten der jeweiligen Natursteine bestimmt die Auftragsmenge. So nimmt ein Granit weit weniger in seine Porenstruktur auf als beispielsweise ein Kalkstein. Die überschüssige, nicht eingedrungene Imprägnierung ist von der Oberfläche wieder sorgfältig aufzunehmen. Verbleibt sie auf der Natursteinoberfläche - in der Annahme, dass die Flüssigkeit abtrocknet - können nach der Trocknung weißliche Rückstände auf der Oberfläche zurück bleiben. Für die wöchentliche Reinigung der Natursteinflächen ist Sopro Wischpflege zu verwenden.

Autor: Rainer Stroh
Fliesenlegermeister;
Anwendungstechniker der Sopro Bauchemie GmbH, Wiesbaden; bautechnische Beratung; Reklamationsbearbeitung;

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